F.A.Z.-Institut zeichnet aus – KI-Analyse zeigt, welche Unternehmen sich erfolgreich positionieren

Wenn es nach dem Ansehen ginge, würden auch im Erwachsenenalter die meisten Menschen an ihren Berufswünschen aus der Kindheit festhalten und als Feuerwehrmann, Krankenpflegerin, Arzt oder Polizistin arbeiten. Diese vier Berufe nämlich gehören einer aktuellen Befragung zufolge zu denen, die in der Bevölkerung die höchste Achtung genießen. Sich im Erwerbsleben für andere einzusetzen und aktiv zu einem gut funktionierenden Zusammenleben beizutragen, bringt also offensichtlich Anerkennung und Wertschätzung und wird damit in der Breite mit einem positiven Renommee belohnt.

Doch nicht nur in Berufen, die ausdrücklich dem Dienst am Mitmenschen gelten, kann etwas bewirkt werden. Besonders auf übergeordneter Ebene gilt: So gut wie alle Unternehmen mit einem gewissen Erfolg können relativ unabhängig von ihren Hauptgeschäften ihre wirtschaftliche Stärke zugunsten von Mensch und Umwelt einsetzen: mit innovativen Produkten und Leistungen, als verlässliche Arbeitgeber und regionale Wirtschaftstreiber oder als Förderer von sozialen und ökologischen Projekten. Das ist für die handelnden Unternehmen im Übrigen keine fruchtlose Investition, denn indem sie gesellschaftliche Beiträge leisten, lösen sie auch positive Effekte für sich selbst aus. Unternehmen, die sich um andere verdient machen, können ihr daraus hervorgehendes hohes öffentliches Ansehen schließlich zu ihrem immateriellen Firmenkapital zählen, so dass ihr Engagement letzten Endes ein Gewinn für alle Seiten ist.

Welche Unternehmen das derzeit höchste Ansehen in Deutschland genießen, hat die Kölner Rating- und Rankingagentur ServiceValue in Kooperation mit dem Wissenschaftspartner IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in einer aktuellen Studie ermittelt. Rund 1.570 von gut 16.300 untersuchten Unternehmen unterschiedlichster Branchen gehen daraus mit der Auszeichnung „Höchstes Ansehen 2023“ hervor. Diese Unternehmen werden durch das F.A.Z.-Institut prämiert und erlangen damit das Anrecht auf das gleichlautende Zertifikat.

Die Studie basiert auf Erhebungen aus einem zweistufigen Social-Listening-Verfahren. Die erste Stufe dieser Methode besteht aus dem Webcrawling. Darin wurden zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. Juli 2023 mehrere hundert Millionen öffentliche, deutsche oder deutschsprachige Internetquellen inklusive redaktioneller Webseiten und Social Media nach Erwähnungen bestimmter Schlagworte durchsucht. Als Treffer galten beispielsweise Begriffe wie Zukunftsorientierung, soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung, Kundenzufriedenheit, Arbeitsplatzsicherheit, Work-Life-Balance, Vernetzung, agile Methoden und viele andere mehr. Diese Begriffe sind unter sechs übergeordneten Kategorien zusammengefasst, den Eventtypen: Management, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Produkt & Service, Arbeitgeber und Innovation.

In der zweiten Stufe, dem Processing, wurden die im Webcrawling gesammelten Daten mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet und analysiert. Untersuchungsgegenstand waren zum einen die jeweils erwähnten Unternehmen sowie zum anderen die besprochenen Eventtypen, die mit Hilfe der definierten Schlagworte Text- und Satzkorpora zugeordnet wurden. Darüber hinaus wurde ein Augenmerk auf die Tonalität der jeweiligen Textfragmente gelegt, die dahingehend untersucht wurden, ob sie als positiv, negativ oder neutral zu bewerten sind. Rund 12,6 Millionen öffentlich getätigte Nennungen wurden auf diese Weise identifiziert und zugeordnet. Dadurch wurde erfasst, wie die untersuchten Unternehmen in der Netzöffentlichkeit hinsichtlich der vordefinierten Eventtypen abschneiden. Alle sechs Kategorien wurden mit derselben Gewichtung gewertet, so dass die untersuchten Unternehmen für ein positives Gesamturteil zu ihrer Performance in jedem Themenfeld punkten mussten und nicht durch hervorragende Beurteilungen in einem einzelnen Aspekt allein glänzen konnten. Abschließend gewertet wurde nach Punkten, die für die einzelnen Eventtypen aufgrund des Tonalitätssaldos sowie der Reichweite vergeben wurden. Dabei bedingte die Unternehmensreichweite die Auswirkung der Tonalität: je reichweitenstärker, desto stärker der Effekt der Kommunikation – sei sie überwiegend positiv oder negativ gefärbt.

Die konkrete Berechnung des Punktwerts schließlich erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten, auf der der jeweilige Branchenbeste mit 100 Punkten die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen seiner Branche setzte. Die Auszeichnung „Höchstes Ansehen“ erhalten diejenigen Unternehmen, die mindestens 60 Punkte in der Gesamtwertung erreichen. Das ist knapp zehn Prozent aller betrachteten Betriebe gelungen.

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