Für mehr Inklusion und Vielfalt

Die Deutsche Bahn (DB) prägt das Leben von Millionen Menschen jeden Tag – damit sehe ich uns nicht nur als Mobilitätsdienstleister, sondern auch gesellschaftlichen Akteur. Mit über 231.000 Mitarbeitenden in Deutschland und über 304.000 Mitarbeitenden weltweit, zahlreichen Reisenden und einem weiten Netzwerk von Geschäftspartner:innen steht das Unternehmen im Zentrum des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Mit einer klaren Vision für Inklusion, Vielfalt und soziale Nachhaltigkeit wollen wir zeigen, dass Unternehmen Veränderung gestalten können – nicht trotz, sondern gerade wegen aktueller Herausforderungen wie unseres Sanierungsprogramms. Denn für mich wie auch für die DB ist klar: Vielfalt ist keine Nebensache, sondern eine wesentliche Grundlage des Erfolgs.

Diversity bei der DB steht für Vielfalt der Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten, Generationen, sozialen Herkünfte, ethnischen Herkünfte und Nationalitäten, Religionen, psychischen und physischen Fähigkeiten, sexuellen Orientierungen genauso wie für Vielfalt der Perspektiven, Kompetenzen und Berufserfahrungen.

Dieses ganzheitliche Verständnis von Vielfalt bildet die Grundlage einer offenen und wertschätzenden Unternehmenskultur.

Mit folgenden konkreten Maßnahmen bringen wir Inklusion und Diversität intern und extern voran:

Begegnungen schaffen: Gemeinsam verantwortlich

Um Vielfalt nachhaltig in den Strukturen des Konzerns zu verankern, übernimmt jedes Mitglied des Vorstands die Verantwortung für eine spezifische Diversity-Dimension und setzt gezielt Maßnahmen zur Förderung um. Das zentrale Diversity-Management koordiniert in diesem Zusammenhang ein gemeinsames Arbeitsprogramm mit den Vorständ:innen – konzernweite Aktionen, die das Verständnis von Vielfaltsthemen stärken und die erfolgreiche Zusammenarbeit der vielfältigen Belegschaft fördern.

Unter die Verankerung von Diversity fallen ferner konzernweite Events wie die jährliche Diversity-Woche oder die Woche der Neuen Arbeit, die Mitarbeitenden die Chance geben, mit Workshops und Impulsen aktiv Vielfalt und Zusammenarbeit zu gestalten. Diese und weitere Initiativen zeigen: Begegnungen auf Augenhöhe stehen im Mittelpunkt. Mitarbeitende bringen ihre Lebensentwürfe, Kompetenzen und Ideen ein, setzen Impulse und gestalten so aktiv die Arbeitswelt. Das Ergebnis? Mehr Synergien, mehr Innovation und eine Unternehmenskultur, in der Vielfalt zum gewinnbringenden Fundament der Kreativität, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit wird.

Vertraulich, direkt, sicher: Anlaufstellen gegen Diskriminierung

Um Diskriminierung entgegenzuwirken, hat die DB verschiedene Anlaufstellen für die Mitarbeitenden und Kund:innen entwickelt. Diese bieten die Möglichkeit zur anonymen Abgabe von Hinweisen oder bieten direkt Hilfestellungen an. So wird ein Betriebsklima ohne Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung gefördert.

Ein Drei-Säulen-Modell gewährleistet, dass jeder Vorfall je nach thematischem Schwerpunkt und Ziel der meldenden Person (zum Beispiel persönliche Aufklärung, anonyme Meldung, vertrauliche Beratung, Anstoßen von strukturellen Veränderungen etc.) konkret und individuell behandelt wird. So kann ein korrektes Vorgehen gewährleistet werden und Betroffene angemessen unterstützt werden. Als eine zentrale Anlaufstelle steht Mitarbeitenden zum Beispiel die konzerninterne Ombudsstelle mit kompetenter Unterstützung bei der Klärung und Bearbeitung von Konfliktfällen zur Verfügung. Der Fokus richtet sich dabei auf eine unbürokratische und eigenverantwortliche außergerichtliche Konfliktlösung. Die Ombudsstelle koordiniert den Pool von Mediator:innen auf der Grundlage von internen Regularien. Neben den Regelungen in Konzernbetriebsvereinbarungen (KBV), wie der für Gleichbehandlung und zum Schutz vor Diskriminierung, der KBV-Inklusion sowie der Rahmen-KBV zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Biografie, gibt es Richtlinien, wie zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, zum betrieblichen Eingliederungsmanagement oder Compliance-Richtlinien. Auch die MUT-Hotline der DB bietet als externe Beratungsstelle Unterstützung unserer Mitarbeitenden und ihrer Angehörigen bei persönlichen, gesundheitlichen, sozialen und beruflichen Anliegen. Darüber hinaus sind die Themen Vermeidung unbewusster Vorurteile und Umgang mit Diskriminierung im Schulungsangebot der DB Führungskräfte-Akademie verankert sowie in kostenfreien Lernangeboten für Mitarbeitende.

Den Weg ebnen: Zugänglichkeit schaffen

Barrierefreiheit ist fester Teil der Planung. Wir investieren kontinuierlich in die Verbesserung der Zugänglichkeit unserer Züge und Bahnhöfe. Dies umfasst den Ausbau von Aufzügen, Rampen, taktilen Leitsystemen und speziellen Serviceangeboten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Großen Wert legen wir auf die Barrierefreiheit für unsere Mitarbeitenden. Arbeitsplätze werden fortlaufend auf ihre Zugänglichkeit geprüft und angepasst. Dabei berücksichtigen wir ergonomische Anforderungen sowie technische Hilfsmittel, um allen Mitarbeitenden ein inklusives Arbeitsumfeld zu bieten.

Im Rahmen der digitalen Barrierefreiheit entwickelt das Unternehmen auch die digitalen Plattformen und Anwendungen gemäß höchsten Standards, die über die Anforderungen des Barrierefreiheitsgesetzes hinausgehen, um allen Nutzenden den Zugang zu erleichtern. Wir arbeiten kontinuierlich an diesem Thema – wir wissen aber auch, dass konsequent weitere Schritte erforderlich sind, um das gemeinsame Ziel einer durchgängigen Barrierefreiheit zu erreichen.

Neustart durch Inklusion: Chancen für Bewerbende mit Behinderung

Die kontinuierlichen Fortschritte im Bereich Inklusion basieren auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Akteur:innen, Schwerbehindertenvertretung und externen Partner:innen. Zusätzliche Unterstützung bietet die konzerninterne Koordinierungsstelle für Fördermittel, Rente und Ausgleichsabgabe, die bei der Beantragung von Fördermitteln hilft.

Das 2021 neu gegründete Inklusionszentrum im Bereich der Personalgewinnung widmet sich intensiv der Steigerung der Einstellungszahlen von Menschen mit Behinderungen. Es unterstützt gezielt deren Integration in neue Aufgabenbereiche und schafft so einen reibungslosen Einstieg in den Arbeitsalltag. Ein besonderer Fokus liegt darauf, Bewerbenden mit Behinderung, die im regulären Auswahlprozess eine Absage erhalten haben, eine zweite Chance für den Einstieg in den Konzern zu bieten.

Starke Allianzen: Partnerschaften machen den Unterschied

Wir arbeiten eng mit verschiedenen Organisationen und Verbänden zusammen. Unsere soziale Verantwortung geht dabei über die Arbeitswelt hinaus, indem wir zahlreiche soziale Projekte und Initiativen unterstützen, die sich für benachteiligte Gruppen einsetzen. Mit Qualifizierungswegen wie Chance plus und Umschulungen ermöglicht die DB zum Beispiel geflüchteten Menschen die Integration in den Arbeitsmarkt. Diese Programme werden flankiert von zusätzlicher sozialpädagogischer Betreuung, Deutschunterricht und ehrenamtlichen Soziallots:innenprogrammen.

Mit vereinten Kräften: Netzwerke, die Vielfalt sichtbar machen

Ein wichtiges partizipatives Element sind die Mitarbeitendennetzwerke des Konzerns, in denen sich Mitarbeitende ehrenamtlich engagieren und vom zentralen Diversity-Management begleitet und gefördert werden. Sie sensibilisieren für Diversity-Themen wie Gendergerechtigkeit, LGBTIQ*-Rechte und kulturelle Vielfalt. Das LGBTIQ*-Netzwerk „railbow“, „Frauen bei der Bahn“, die Frauen konzernweit vernetzen, und „DB Cultures“, das die kulturelle Vielfalt der Mitarbeitenden fokussiert, flankieren die Management-Maßnahmen mit eigenen Aktionen zum jeweiligen Thema. „BIPoC on Track“, ein in der Gründung stehendes Mitarbeitendennetzwerk, wird sich speziell für die Belange von BIPoC-Mitarbeitenden einsetzen und einen sicheren Raum für Begegnung, Austausch und Empowerment für alle BIPoC innerhalb des Unternehmens bieten. Eine Gruppenzugehörigkeit stärkt Individuen und Zugehörigkeit und Bindung entstehen, wenn Mitarbeitende in ihrer Teilhabe unterstützt werden.

Arbeiten, wie es ins Leben passt: flexible Arbeitsmodelle

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu fördern, bietet die DB vielfältige flexible Arbeitsmodelle an. Dazu zählen unter anderem Teilzeitoptionen, Jobsharing in Fach- und Führungspositionen, Homeoffice-Möglichkeiten sowie flexible Arbeitszeiten.

Die Angebote richten sich ausdrücklich auch an Mitarbeitende im operativen Bereich, die zu 80 % draußen vor Ort im Eisenbahnbetrieb tätig sind, häufig im Schichtdienst. Für diese Kolleginnen und Kollegen werden Lösungen geschaffen, indem beispielsweise individuelle Wünsche bei der Schichtplanung berücksichtigt oder Tauschmöglichkeiten angeboten werden.

Besonders in diesem Bereich wird gezielt auf innovative Ansätze gesetzt – oft ist mehr machbar, als man zunächst denkt. Gemeinsam werden Arbeitsbedingungen gestaltet, die zum Leben der Mitarbeitenden passen.

Mit Zahlen zum Ziel: Wie KPIs Vielfalt vorantreiben

Um die Entwicklung von Maßnahmen und Hilfestellungen im Umgang mit Vielfalt besser zu steuern, nutzt das DB-Diversity-Management aktuell eine Analyse einzelner Vielfaltsmerkmale durch die Auswertung von HR-Daten. Dazu gehören auch regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen, ein interner Diversity-Index, die Überwachung spezifischer Ziele wie des Anteils von Frauen in Führungspositionen sowie regelmäßiges Feedback und Evaluationen unserer Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme. Damit verfolgt die Deutsche Bahn den eigenen Anspruch, die Wirksamkeit von Praktiken kurz- und langfristig zu erheben. Das Monitoring von Vielfalt ermöglicht, Zielwerte im Rahmen der Chancengerechtigkeit besser zu skalieren und zu erreichen. Eine Key-Performance Indicator (KPI)- Betrachtung gibt die Möglichkeit, die Qualität des Diversity-Managements zu verbessern. Die Performance einer vielfaltsgetriebenen HR-Führung richtet sich letztlich auch am Bindungsverhalten der Belegschaft aus. Je mehr Mitarbeitende als Individuen von ihrer Arbeitgeberin akzeptiert und wertgeschätzt werden, desto stärker fühlen sie sich mit den Aufgaben, Zielen und Werten des Unternehmens verbunden.

Diese Beispiele zeigen, wie wir Vielfalt aktiv fördern: Mit Zahlen messen wir den Fortschritt, schaffen Anlaufstellen gegen Diskriminierung und bieten über ein Inklusionszentrum Bewerbenden mit Behinderungen neue Chancen. Durch starke Partnerschaften und Netzwerke stärken wir den Austausch und das Miteinander. Flexible Arbeitsmodelle bieten Raum für vielfältige Lebensentwürfe und passen sich den unterschiedlichen Phasen im Leben der Mitarbeitenden an. Die Beispiele zeigen auch, wie wichtig Vielfalt ist – auch und gerade in herausfordernden Zeiten wie der Sanierung. Es ist kein Schönwetterthema.

Für mich ist es nicht nur eine berufliche, sondern eine tiefe persönliche Verantwortung, mit der Deutschen Bahn einen Beitrag zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft zu leisten. Jeder Schritt in Richtung Vielfalt und sozialer Nachhaltigkeit ist ein Schritt zu einer besseren Zukunft – für uns alle. Unsere Initiativen gehen über bloße Zahlen hinaus; sie sind Ausdruck unserer Überzeugung, dass echte Veränderung nur im Miteinander gelingt. Ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam meistern können – mit Empathie, Engagement und dem festen Willen, das Leben vieler Menschen nachhaltig zu verbessern. Mit Menschen für Menschen.

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