Stimmen aus der Führungsetage: Vor der 13. Responsible Leadership Conference des F.A.Z.-Instituts am 12./13. November 2024 in Frankfurt am Main baten wir Unternehmen um eine kurze Antwort auf unsere Frage

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Dr. Nadine Sterley Chief Sustainability Officer, GEA

„Die Frage ist, wie können wir zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen? Als Technologieanbieter für die Industrie richtet GEA sein Portfolio bewusst auf die Makrothemen aus: Wir regen Innovationen an und nutzen Digitalisierung und KI, um Produktionsprozesse zu optimieren, Energieverbrauch und Verschleiß der Anlagen zu minimieren. Dies spiegelt sich in dem Ansatz wider, der Kundennutzen in einem Dreieck aus klassischen Vorteilen, Nachhaltigkeitsgewinnen und Preis darstellt. Indem wir diese Aspekte in Einklang bringen, bieten wir unseren Kunden eine langfristige Perspektive, von der sie auf drei Ebenen profitieren: durch gesteigerte Geschäftseffizienz, durch einen kleineren ökologischen Fußabdruck und durch finanzielle Vorteile durch Effizienzsteigerungen. Wir glauben daran, dass echter Fortschritt in der Nachhaltigkeit Mut, Konsequenz und ein zukunftsorientiertes Mindset erfordert.“

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Alexander Birken CEO, Otto Group

„Nachhaltigkeit ist heute nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen, um wirtschaftlich zu überleben und gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Als CEO der Otto Group sehe ich nachhaltiges Wirtschaften als Kern unseres Handelns. Wir investieren in nachhaltigere Technologien und Prozesse, um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Unsere Produkte erfüllen hohe ökologische und soziale Standards, was das Kundenvertrauen stärkt. Darüber hinaus sind innovative Lösungen zentral für unsere Strategie, verantwortungsvollen Handel zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen.“

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Stefan Grosch Geschäftsführer und Arbeitsdirektor, Robert Bosch GmbH

„Bei Bosch sind wir davon überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften als Wachstumstreiber wirken kann. In unserem Nachhaltigkeitszielbild haben wir sechs strategische Themenfelder definiert und durch zwei Schwerpunktaktivitäten mit ausformulierten, mittelfristigen Zielen konkretisiert. Insbesondere Themen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Wasser bieten Potentiale zur Differenzierung im Wettbewerb. Beispiele sind energieeffiziente oder wassersparende Produkte und innovative Ansätze für das Recycling von Verpackungen. So wollen wir mit unseren Produkten die Lebensqualität der Menschen verbessern und zur Schonung der natürlichen Ressourcen beitragen – getreu unserem Leitsatz ‚Technik fürs Leben‘. Dabei achten wir als Unternehmen darauf, Ökologie, Ökonomie und Soziales möglichst in Einklang zu bringen.“

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Jana Baschin Leitung Unternehmensentwicklung und Nachhaltigkeit, Fraport AG

„Nachhaltigkeit ist für Fraport essenziell, um langfristiges Wachstum mit Umwelt- und Sozialverantwortung zu verbinden. Die Verankerung von klaren, messbaren Zielen in der Konzernstrategie, wie beispielsweise die Senkung der CO2-Emissionen, schafft eine verbindliche Basis für verlässliche Unternehmensführung. Die Integration von Nachhaltigkeit in all unsere Geschäftsentscheidungen ermöglicht Fraport zukünftiges Wachstum, unternehmerischen Erfolg und Innovationsfreude bei gleichzeitiger Wahrnehmung der damit untrennbar verknüpften Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltigkeit verkörpert Zukunftsfähigkeit und ist zentral für unser Bestreben, bereits heute die Weichen für morgen zu stellen.“

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Tilman Eichstädt COO Upstream, HelloFresh

„In Deutschland werden pro Jahr etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Diese Verschwendung kostet uns viel Geld – sowohl die Hersteller als auch die Verbraucher. Technologie ist der Schlüssel dafür, ökologische und ökonomische Vorteile miteinander in Einklang zu bringen. HelloFresh setzt sich für die Einführung von ZeitTemperatur-Indikatoren ein, die in Echtzeit die Haltbarkeit von Lebensmitteln anzeigen und bis zu 15 Prozent der Abfälle in Privathaushalten reduzieren können. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle für Handel mit gefrorenen Produkten, da sie eine effizientere und kostensparende Lieferkette ermöglichen – eine bisher ungenutzte Chance für Wirtschaft und Politik. Digitalisierung kann helfen, die Nachhaltigkeit in Ernährung und Landwirtschaft voranzubringen, aber die Politik muss den Weg ebnen.“

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Bernhard Kott Chief Sustainability Officer, Symrise

„Auf die volatilen Märkte müssen wir uns als Organisation einstellen und flexibel reagieren. Als erstes Unternehmen unserer Branche haben wir damit begonnen, die Kernbereiche von klassischen Aromen und Duftstoffen sinnvoll und nachhaltig zu ergänzen. Diese Diversifizierung trägt bis heute maßgeblich zu unserem Erfolg bei. Gleichzeitig setzen wir auf Zukunftsmärkte, die wir analysieren und bewerten. Mit unserer Forschung entwickeln wir für Verbraucher maßgeschneiderte und nachhaltig erzeugte Produkte, die einen Mehrwert generieren. So wollen wir zukünftige Herausforderungen meistern.“

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Elke Reichart Vorstandsmitglied und Chief Digital and Sustainability Officer, Infineon Technologies

„Wenn wir über Solar- und Windkraft, den effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen oder eine umweltgerechte Mobilität sprechen, geht es immer auch um durch Halbleiter getriebene Innovationen. Halbleiter sind wesentlich für die Dekarbonisierung und Digitalisierung. Sie sind Schlüsselelemente für die Gestaltung einer nachhaltigen Welt. Als führender Halbleiterhersteller ist sich Infineon seiner Verantwortung bewusst. Wir haben den Anspruch, nicht nur Technologieführer, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit Vorreiter zu sein. Dabei setzen wir ambitionierte Ziele kontinuierlich um. Das zeigt, dass es möglich ist, wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischem und sozialem Engagement zu verbinden.“

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Alexander C. Schmidt CEO, Kneipp Gruppe

„Wie sollten wir wettbewerbsfähig bleiben, wenn Unternehmen nicht nachhaltig wirtschaften? Wir alle stehen vor einer globalen Herausforderung, die bereits heute Auswirkungen auf Rohstoffanbau und internationale Lieferketten hat. Unternehmen, die ökologische, aber genauso soziale und demokratische Verantwortung übernehmen, sind die Stütze, die der Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa so dringend benötigen. Entsprechend fußt echte Innovation auf nachhaltigem Wirtschaften und klugem Ressourcenmanagement, um den Erhalt unserer natürlichen Lebensräume mit den Anforderungen der Wirtschaft zu verbinden. Dieser Anspruch wirkt sich bei Kneipp entscheidend auf die Rezepturentwicklung und das Packaging aus.“

Copyright: DZ Bank

Johannes Koch Mitglied des Vorstandes, DZ Bank

„Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft erfordert erhebliche Investitionen. Der Finanzsektor spielt bei der Bereitstellung und Lenkung der erforderlichen Mittel eine Schlüsselrolle. Unser stärkster Hebel ist es, die Transformationsbemühungen unserer Kunden in der Realwirtschaft zu unterstützen. Dazu verfügen Banken über eine breite Palette an nachhaltigen Finanzierungslösungen. Entscheidend für das Gelingen der Transformation sind eine fundierte Datengrundlage und die strategische Verankerung des Themas Nachhaltigkeit. So können wir im Dialog mit unseren Kunden nicht nur das grüne Portfolio weiter ausbauen, sondern auch die braunen Portfolien zielgerichtet transformieren.“

Copyright: Deloitte

Lydia Eckhard Partner Deloitte Consulting, Geschäftsführerin, Deloitte Sustainability & Climate GmbH

„Nachhaltiges Wirtschaften erfordert einen integrativen Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet. Unternehmen, die ökologische und soziale Verantwortung übernehmen, schaffen Vertrauen bei Kund:innen und Partner:innen und öffnen Türen zu neuen Märkten. Durch Investitionen in grüne Technologien und nachhaltige Geschäftsmodelle erhöhen sie ihre Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Eine klare Nachhaltigkeitsstrategie – und deren Umsetzung – stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und fördert Innovationen, indem sie Raum für kreative Lösungen und Kooperationen schafft. Regulatorische Anforderungen und umfassendes ESG-Reporting sind dabei wichtige Treiber, um Transparenz zu gewährleisten und den Fortschritt zu messen. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmens-DNA zu verankern.“

Foto: CCEP Deutschland/Kai Bublitz

John Galvin Vorsitzender der Geschäftsführung, Coca-Cola Europacific Partners Deutschland

Nachhaltiges Wirtschaften kann nur gelingen, wenn Emissionen und Wachstum voneinander entkoppelt werden. Drei Dinge sind dafür entscheidend: Erstens müssen Unternehmen die Verantwortung für Emissionen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette übernehmen und diese gezielt reduzieren. Zweitens brauchen wir Mut und Vertrauen, um häufiger voneinander und miteinander zu lernen und nachhaltige Lösungen voranzubringen – auch branchenübergreifend. Für mich ist klar: Politische Regelungswut bringt uns nicht weiter. Schließlich müssen wir drittens Innovationen gezielt befördern. Wir investieren zum Beispiel in Forschungsvorhaben, mit denen CO2 aus der Luft gewonnen und in Zucker oder Kunststoffe umgewandelt werden kann.“

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Kerstin Erbe Geschäftsführerin, dm

„Wir bei dm möchten die Zukunft positiv mitgestalten. Nachhaltiges, innovatives und sinnhaftes Handeln für den Menschen ist deshalb zentraler Teil unseres händlerischen Verständnisses und unserer Unternehmenskultur. Unseren Kundinnen und Kunden möchten wir die Möglichkeit geben, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen und bewusst konsumieren zu können. Unser Eigenmarkensortiment mit den als Pro Climate gelabelten Produkten spielt dabei eine wichtige Rolle. Dahinter steckt ein ambitioniertes und wissenschaftlich fundiertes Konzept, um die ökologischen Auswirkungen unserer Produkte zu messen, daraufhin zu reduzieren und verbleibende Auswirkungen auszugleichen. Wir arbeiten zudem fortwährend daran, unsere dm-Markenprodukte in puncto Nachhaltigkeit zu optimieren – beispielsweise im Hinblick auf den Ausbau der Kreislaufwirtschaft durch ressourcenschonende Produkt- und Transportverpackungen, verbesserte Rezepturen oder den Verzicht auf Mikroplastik und wasserlösliche synthetische Polymere.“

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Alexandra Themistocli Head of Sustainability DACH, SEB

„Integration von Nachhaltigkeit ist sektorspezifisch und verändert Unternehmensprozesse, liefert neue Blickwinkel auf das Geschäftsmodell und erleichtert damit auch Innovationen durch verändertes Verhalten. Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit und Erschließung neuer Märkte sind positive Folgen dieser Integration. Wichtig ist, dass es sich langfristig finanziell lohnt, diese Veränderungen zu implementieren. So wird sich Nachhaltigkeit positiv auf die Beziehung mit externen Stakeholdern wie Bankpartnern auswirken und die zukünftige Finanzierung des Unternehmens sichern.“

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Walter Kadnar CEO & CSO, IKEA Deutschland

„Der Handel spielt eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Wirtschaft. 2016 haben wir uns dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet – ein Meilenstein in der IKEA-Geschichte. Wir setzen die Klimaagenda erfolgreich um und möchten ab 2030 zirkulär wirtschaften. Dafür gestalten wir unsere Produkte zirkulär und werden auf 100 Prozent erneuerbare und recycelte Materialien setzen. Kreislaufwirtschaft ist ein Bereich, wo wir innovative Kooperationen brauchen: mit Politik, Investoren, Unternehmen und Zivilgesellschaft. Gerade haben wir das nächste Kapitel der Nachhaltigkeit bei IKEA aufgeschlagen. Bis 2050 möchten wir Netto-Null-Emissionen erreichen – ohne Kompensationen. Das heißt, dass alle durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen durch Reduktionsmaßnahmen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden und so die Klimabilanz der Erde netto Null beträgt. Dafür transformieren wir jeden Bereich unseres Handelns.“

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Anja Link Head of Sustainability CMB, Germany and Austria, HSBC Deutschland

„Es braucht konkrete Ziele und klare Kommunikation der Maßnahmen, um Mitarbeitende und Kunden mitzunehmen. Es gilt Ideen auszutauschen, Transformationspläne zu konzipieren und umzusetzen sowie gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Innovative Klimatechnologien eröffnen neue Möglichkeiten und Märkte. Technische Expertise erhöht das Verständnis für die Pläne der Unternehmen, während Interaktionen und Gespräche neue Perspektiven schaffen. Investitionen in erneuerbare Energien, effiziente Ressourcennutzung und nachhaltige Lieferketten tragen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei. Innovation, Wachstum, Wohlstand und Klimaschutz gehen Hand in Hand, sobald man Nachhaltigkeit als Chance betrachtet.“

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