Befragt wurden 500 Geschäftsführer:innen und Nachhaltigkeitsbeauftrage deutscher Unternehmen. Nachhaltigkeit ist den Ergebnissen der Studie zufolge dabei kein Selbstzweck. Vielmehr stünden wirtschaftliche Interessen bei den Veränderungsprozessen im Vordergrund.
Mehr als 60 Prozent der deutschen Unternehmen setzen bei der Transformation am Kern ihres Geschäftsmodells an, indem sie ihre Produkte und Dienstleistungen ökologisch orientiert umgestalten. Fast ebenso wichtig ist die Verbesserung von Materialkreisläufen, zum Beispiel durch Recycling. 70 Prozent der Unternehmen sehen noch ungenutzte Möglichkeiten, einzelne Aktivitäten weiterzuentwickeln, und fast jedes zweite Unternehmen sieht sogar die Chance, das komplette Geschäftsmodell zu verändern.
Viele Unternehmen stehen am Anfang der Transformation. Ganz vorn bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit im Veränderungsprozess ist eine kleine Gruppe von „Transformatoren“ (1 Prozent), die sich bereits weitestgehend umgestellt haben. Darauf folgt ein Anteil von 15 Prozent „Innovatoren“. Fast zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) sind dabei, ihre Geschäftsmodelle als „Adaptoren“ anzupassen. Komplett am Anfang stehen die rund 21 Prozent „Basis-Unternehmen“. Um den aktuellen Stand der Unternehmen zu bewerten, führt die Studie den „Reifegrad nachhaltiger Geschäftsmodelltransformation“ als Maß ein: Auf einer Skala von 0 bis 1, wobei 0 für das Fehlen von Veränderung und Nachhaltigkeitsausrichtung steht und 1 für stark transformative und nachhaltige Geschäftsmodelle, erreicht die deutsche Wirtschaft insgesamt einen Wert von knapp 0,4.
„Vor allem der breite Mittelstand macht sich auf den Weg. Deshalb ist es so wichtig, Unterstützungsangebote wie zum Beispiel Steuergutschriften oder Finanzhilfen zu machen, die Anreize für den nachhaltigen Umbau von Geschäftsmodellen schaffen“, sagt der Wirtschaftsexperte der Bertelsmann Stiftung, Jakob Kunzlmann.




