Warum die Analyse von ESG-Kriterien fester Bestandteil des Risikomanagements der BNP Paribas ist / Ein Gespräch mit Nachhaltigkeitschefin Eva Meyer

Eva Meyer ist Chief Sustainability Officer und Mitglied des Group Management Boards von BNP Paribas Deutschland. Sie verantwortet die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank in Deutschland. Dazu gehören die eigenen CSR-Aktivitäten, die zum Ziel haben, als Unternehmen nachhaltig zu agieren, sowie das Thema Sustainable Business, also die aktive Begleitung der Kunden der Bank auf ihrem Weg zu einem nachhaltigeren Wirtschaften.

V Mit Ihrer Berufung zur Vorständin hat BNP Paribas das Thema Nachhaltigkeit zur Chefsache gemacht. Welche Rolle spielt es in der Unternehmensstrategie?

Wir nehmen das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst. Dazu gehört nicht nur, was wir als Unternehmen selbst tun, sondern auch, wie wir unsere Kundinnen und Kunden in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen. Nachhaltigkeit ist aus unserer Unternehmensstrategie nicht wegzudenken. Vor über zehn Jahren waren wir eine der ersten Banken, die Kriterien für die Zusammenarbeit mit Kunden aus bestimmten Branchen eingeführt haben, unsere sogenannten Sektor-Richtlinien. Inzwischen sind wir ein anerkannter Vorreiter im Bereich Sustainable Business. Wie wichtig uns das Thema ist, spiegelt sich auch in unserem Organigramm wider: Der Bereich Company Engagement ist durch den Chief Sustainability Officer im höchsten deutschen Führungsgremium vertreten, dem Management Board. Damit werden bei allen wichtigen Entscheidungen auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Unser gruppenweiter Strategieplan für die Jahre 2022 bis 2025 heißt nicht umsonst „GTS 2025 – Growth, Technologie & Sustainability“. Nachhaltigkeit ist eines der drei Kernthemen unseres Geschäfts.

V Sie sprechen im Zusammenhang mit Engagement und Nachhaltigkeit von dem „New Way of Banking“. Was verstehen Sie darunter? 

Ich sehe unsere Branche bei der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft in einer Schlüsselposition. Ohne das Engagement der Finanzwirtschaft werden wir die globalen Netto-Null-Verpflichtungen nicht erfüllen können. Die EU-Kommission hat bereits 2018 in ihrem Aktionsplan Sustainable Finance deutlich gemacht, dass dafür weltweite Investitionen in Milliardenhöhe notwendig sein werden. Diese Kapitalströme müssen in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Außerdem sehen sich Unternehmen und Gesellschaft durch Klimawandel, Ressourcennutzung, Umweltzerstörung und auch soziale Konflikte finanziellen Risiken ausgesetzt, die bewertet und gesteuert werden müssen. Klar ist aber auch: Die Finanzwirtschaft kann den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit nicht alleine möglich machen. Das gelingt nur gemeinsam mit allen relevanten Akteuren aus Politik und Gesellschaft.

V Wie lebt BNP Paribas den „New Way of Banking“? 

Als eine der führenden Bankengruppen in Europa tragen wir große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und unserer Umwelt. Wir kommen dieser Verantwortung nach, indem wir unser Handeln an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ausrichten. Das gilt für die internen Prozesse genauso wie für die Art und Weise, wie wir Bankgeschäfte machen. Dazu müssen wir bewerten können, welche Chancen und Risiken sich aus dem Thema Nachhaltigkeit für unsere Kunden ergeben. Wir haben deshalb in den vergangenen zwei Jahren in die entsprechende Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden investiert, um einerseits Risiken einschätzen und andererseits unsere Produkte und Dienstleistungen an den Bedarf unserer Kunden und Kundinnen anpassen zu können. Nachfrage besteht beispielsweise nach grünen Anleihen oder nach Krediten, deren Verzinsung an die Erfüllung bestimmter Nachhaltigkeitskennzahlen gekoppelt ist. Nachprüfbarkeit und Transparenz sind entscheidende Kriterien für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie. Wir messen den Fortschritt unserer Nachhaltigkeitsziele in allen Geschäftsbereichen mittels spezifischer Kennzahlen, die wir im Rahmen unserer nicht-finanziellen Berichterstattung veröffentlichen. Dazu zählen unsere eigenen Treibhausgas-Emissionen wie auch unsere Finanzierung nachhaltiger Kredite. Damit berichten wir fortlaufend, inwieweit die Ziele in den Dimensionen Wirtschaft, Mitarbeitende, Gesellschaft und Umwelt eingehalten werden. Die Ergebnisse publizieren wir zum Beispiel in einem jährlichen TCFD-Report (Task Force for Climate Related Financial Disclosure) und in unserem CSR-Dashboard. Die Erreichung dieser Ziele wirkt sich für einen Großteil unseres globalen Managements auch auf die Boni aus.

V Stoßen Sie hausintern nicht manchmal noch auf Widerstände – vor allem, wenn es um die Wirtschaftlichkeit geht?

Es ist uns wichtig, stringent vorzugehen. Das ist nicht immer einfach, denn es bedeutet, die internen Vorgaben auch dann einzuhalten, wenn wir dadurch kurzfristig lukratives Geschäft verlieren. Das setzt eine entsprechende Kultur im Unternehmen voraus, die alle Mitarbeitenden mittragen müssen. Aus- und Weiterbildung sind dabei ein wichtiger Faktor, ebenso unsere internen CSR-Aktivitäten. Inzwischen liegt vielen unserer Mitarbeitenden das Thema Engagement sehr am Herzen. Deshalb reden wir kaum noch über das „Ob“, sondern nahezu ausschließlich über das „Wie“. Aus unserer Sicht schließen sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht aus, im Gegenteil: auf längere Sicht bedingen sie einander. Das Risiko-Ertrags-Profil nachhaltiger Investitionen ist nachweislich nicht schlechter – oft sogar besser – als das entsprechende Profil nicht nachhaltiger Investitionen. Das liegt auch daran, dass wir fundierter Entscheidungen treffen können, wenn wir zusätzlich zu den herkömmlichen Finanzdaten auch ESG-Kriterien einbeziehen.

V Was tut BNP Paribas konkret, um nachhaltiger zu werden?

Die Orientierung an den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN bedeutet unter anderem, dass wir unseren eigenen CO2-Fußabdruck verringern wollen. Dafür haben wir konkrete Ziele definiert, die wir mit Hilfe interner Richtlinien umsetzen, beispielsweise zum Thema Mobilität. Soziale Verantwortung ist uns aber genauso wichtig. Deshalb fördern wir ehrenamtliches Engagement unserer Mitarbeitenden und finanzieren über unsere Stiftung soziale Projekte in den Bereichen Bildung, Kunst und Kultur und seit 2021 auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Stand heute haben mehr als 78.000 Menschen von Förderungen der BNP Paribas Stiftung profitiert, was mich als Vorsitzende des Stiftungsrats besonders freut. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist aber die Finanzierung nachhaltiger Aktivitäten unserer Kundinnen und Kunden der wichtigste Faktor zur Förderung nachhaltiger Ziele. Wir haben dafür neun Sektor-Richtlinien mit Mindeststandards für nachhaltige Investitionen festgelegt. Auf diese Weise sollen beispielsweise unsere Portfolios schrittweise frei von Kohleverstromung werden – bis 2030 in der EU und in den OECD-Ländern, bis 2040 weltweit. Darüber hinaus sind wir Mitglied der Net Zero Banking Alliance, einer Gruppe internationaler Banken, die sich verpflichtet haben, ihre Portfolios bis 2050 komplett zu dekarbonisieren. Wichtig ist aber auch festzuhalten, dass die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen ein laufender Prozess ist. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, unsere Kunden auf diesem Weg zu begleiten und den Wandel zu finanzieren. In unserem Strategieplan haben wir dafür Biodiversität, Klimawandel, Kreislaufwirtschaft und soziale Inklusion als Schwerpunkte definiert. Bis 2025 wollen wir weltweit 150 Milliarden Euro an nachhaltigen Krediten finanzieren, Emittenten bei der Begebung von nachhaltigen Anleihen im Volumen von 200 Milliarden Euro unterstützen und das verwaltete Vermögen unserer nachhaltigen Anlageprodukte nach Artikel 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung auf 300 Milliarden Euro erhöhen. Außerdem steuern wir unsere Erfahrung mit nachhaltigen Finanzierungen in unterschiedlichen Regulierungs-, Beratungs- und Arbeitsgruppen bei. In Deutschland arbeiten wir beispielsweise mit dem Sustainable Finance Cluster, der H2GlobalStiftung und dem Forum Nachhaltige Geldanlagen zusammen.

V Welche Unternehmen werden künftig im Wettbewerb um Kapital die besten Chancen haben?

Ich bin überzeugt, dass diejenigen Unternehmen profitieren werden, die sich auf einem glaubwürdigen und nachvollziehbaren Transformationspfad befinden. Das beobachten wir an den Kapitalmärkten bereits heute. Egal, ob es um die Aufnahme von Fremdkapital geht, beispielsweise über die Ausgabe von Anleihen, oder um Eigenkapitalmaßnahmen wie einen Börsengang. Eine integrierte und transparente Nachhaltigkeitsstrategie ist für Unternehmen mittlerweile unerlässlich, um für Kapitalgeber attraktiv zu bleiben. Damit meine ich nicht, dass Unternehmen heute schon zu 100 Prozent nachhaltige Aktivitäten haben müssen. Wichtig ist aber, den eigenen Weg dorthin glaubwürdig aufzuzeigen. Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig auf die neuen Anforderungen einstellen, laufen Gefahr, für die Märkte irrelevant zu werden und als „Stranded Assets“ zu enden.

V Wie beraten Sie Unternehmen, die sich verantwortungsvoller aufstellen möchten?  

Wir wollen unseren Kunden als Berater und strategischer Partner zur Seite stehen. Dafür haben wir im Herbst letzten Jahres die BNP Paribas Low Carbon Transition Group gegründet, ein globales Experten-Netzwerk aus 250 Mitarbeitenden, das Unternehmen in besonders klimarelevanten Branchen unterstützt, beispielsweise Energieversorger oder Unternehmen im Automobilsektor. Zu diesem Netzwerk gehört auch unser Sustainable Business Advisory Team in Deutschland. Die Kolleginnen und Kollegen beraten mit ihrer Nachhaltigkeitsexpertise Unternehmen, institutionelle Kunden und Privatkunden, aber auch Einheiten der BNP Paribas. Die Anforderungen sind komplex, deswegen bauen wir unsere Expertise kontinuierlich aus. Unsere Beratungseinheiten beraten „produkt-agnostisch“; es geht also erst darum, den Bedarf der Kunden zu klären, ihre Strategie zu verstehen, Chancen und Risiken zu identifizieren und so im nächsten Schritt die passenden Lösungen, Produkte und/oder Services für sie zu entwickeln. Das reicht von der Anlageberatung über das richtige Finanzierungskonzept bis hin zur Auswahl des richtigen Partners beziehungsweise Akquisitionsobjekts. Wir sehen uns auch als Plattform, um passende Investoren mit Unternehmen mit Kapitalbedarf zusammenzubringen. Für die Finanzierung von Start-ups haben wir den Solar Impulse Fund gegründet. Das ist ein eigener Venture-Capital-Arm, über den wir als Co-Investor unserer Kundinnen und Kunden Kapital für Start-ups im sogenannten Clean-Tech-Sektor bereitstellen.

V Ist auch die soziale Verantwortung von Unternehmen ein Bewertungskriterium?

Eindeutig ja. Nachhaltigkeit ist für uns mehr als „grüne“ Finanzierungen oder Anlagen. Wir betrachten alle drei Säulen von ESG. Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Inklusion gehören neben ökologischen Aspekten immer dazu. Bislang war der Klimawandel vorherrschendes Thema, was auch daran liegt, dass sich der Ausstoß von Treibhausgasen vergleichsweise einfach messen und bepreisen lässt. Allerdings gewinnen andere Themen wie Biodiversität und soziale Aspekte zunehmend an Bedeutung. Das hat unterschiedliche Gründe. Soziale Themen sind unter anderem durch die Covid-Pandemie wichtiger geworden. Daneben betreffen das seit kurzem in Deutschland geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und neue EU-Vorgaben zu den Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen auch soziale Nachhaltigkeitsaspekte wie etwa Menschenrechte. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Druck, mögliches Fehlverhalten birgt Reputationsrisiken. Eine der größten Herausforderungen für die Finanzwirtschaft und die Unternehmen ist vor diesem Hintergrund die Datenlage. Viele Kriterien lassen sich mangels Daten noch nicht einheitlich messen und nachvollziehen, außerdem bestehen geographische Unterschiede in der Bewertung von Nachhaltigkeitsthemen.

V Wie gehen Sie mit Firmenkunden um, die Ihre Nachhaltigkeitskriterien noch nicht erfüllen?

Wie gesagt – Nachhaltigkeit ist ein Prozess, und wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden auf diesem Weg, unter anderem mit unserem Advisory-Team. Mit Veränderungen bei Unternehmen, die noch Luft nach oben haben, zum Beispiel beim CO2-Fußabdruck, erreichen sie unter dem Strich mehr für den Klimaschutz, als wenn sie ausschließlich Unternehmen unterstützen, die bereits als „grün“ oder nachhaltig wahrgenommen werden, wie zum Beispiel Hersteller von Windkraftanlagen. Allerdings müssen die Unternehmen ihren Transformationspfad glaubwürdig erklären und dokumentieren können. Bekenntnisse und Selbstverpflichtungen allein reichen nicht.

V Haben Sie sich auch schon von langjährigen Firmenkunden trennen müssen, weil diese keine Anstrengungen in Richtung Nachhaltigkeit unternommen haben?

Der ESG-Minimumstandard für Beziehungen zu unseren Geschäftspartnern sind unsere Sektor-Richtlinien. Aus diesem Grund haben wir uns beispielsweise aus dem Tabaksektor zurückgezogen. Das Produkt selbst ist gesundheitsschädlich, und die Wertschöpfungskette lässt sich kaum nachhaltig gestalten. Als Faustformel kann man sagen, dass wir uns aus Kundenbeziehungen zurückziehen, wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen durch mangelnden Veränderungswillen beim Thema Nachhaltigkeit mittelfristig wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten werden und deshalb ein finanzielles Risiko darstellen. Grundsätzlich ist ein Ausschluss aber das letzte Mittel. Wir setzen in der Regel darauf, die Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation partnerschaftlich zu begleiten, durch Beratung, Finanzierungen oder auch durch die Ausübung unserer Stimmrechte als Assetmanager.

V Stichwort finanzielle Risiken: Welche Rolle spielen ESG-Kriterien bei deren Bewertung?

Wir haben ein ganzheitliches Risikoverständnis. Letztlich sind selbst physische Risiken, Transformationsrisiken und Reputationsrisiken immer auch Finanzrisiken, die einkalkuliert werden müssen. Deshalb ist die Analyse von ESG-Kriterien mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Risikomanagements. Wir orientieren uns an den Empfehlungen des EZB-Leitfadens zu Klima- und Umweltrisiken und an den Vorgaben des BaFin-Merkblatts zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. Mit Hilfe von Szenarioanalysen und Stresstests steuern wir nicht nur klassische Kreditrisiken, sondern auch operationelle Risiken, Markt- und Liquiditätsrisiken.

V Wie setzen Sie das in der Praxis um, beispielsweise bei einem Kreditprozess für Unternehmenskunden?

Bei der Genehmigung von Krediten prüfen wir zuerst, ob eine der Sektor-Richtlinien greift. Im nächsten Schritt ergänzen wir den klassischen Kreditantrag um eine systematische ESG-Analyse. Dafür nutzen wir einen sektorspezifischen Fragebogen zur Nachhaltigkeitsstrategie, mit dem wir das aktuelle ESG-Profil der Firmenkunden und mögliche Risiken ermitteln. Das erlaubt uns, die ESG-Performance unserer Portfolios zu steuern, zum Beispiel die Dekarbonisierung unseres Kreditportfolios, Stichwort Net Zero Banking Alliance. Dabei sind die Menge und die Qualität der verfügbaren Daten entscheidend. Hier bestehen derzeit noch Lücken, die durch die gesetzlichen Offenlegungspflichten geschlossen werden müssen. Da ist noch einiges zu tun.

V Sie haben sich dazu verpflichtet, die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Wie bewerten Sie, ob Sie dabei auf dem richtigen Weg sind?

Wir sind seit 2021 Mitglied der Net Zero Banking Alliance und haben uns verpflichtet, bis 2050 zur Finanzierung einer CO2-neutralen Wirtschaft überzugehen. Die Vorgaben sind ambitioniert. Da aber die Finanzierung der Energiewende bereits seit über zehn Jahren Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist, haben wir bereits einige Vorarbeit geleistet. Wir gehören neben anderen europäischen Banken zu den Erstunterzeichnern der Initiative PACTA (Paris Agreement Capital Transition Assessment), die 2018 in Kattowitz gegründet wurde. Mit der PACTA-Methodik können Marktteilnehmer die Übereinstimmung ihrer Finanzportfolios mit dem Pariser Klimaabkommen anhand verschiedener Klimaszenarien bewerten. Wir haben auf dieser Grundlage einen vierstufigen Bewertungsprozess entwickelt, den wir an den jeweiligen Sektor anpassen und mit Daten von Drittanbietern ergänzen. Damit können wir die Dekarbonisierung unserer Finanzportfolios überwachen und Fortschritte messen. Unser Strategieplan 2025 sieht dafür zwei Schritte vor: Zunächst legen wir die CO2– Emissionen in unseren Finanzportfolios auf Grundlage der Daten von 2022 offen. Bis 2025 wollen wir dann auch erste Dekarbonisierungsziele veröffentlichen. Dabei konzentrieren wir uns vorerst auf die Sektoren Energie, Öl & Gas und auf die Automobilbranche. Später sollen weitere Sektoren folgen.

V Welche Schwierigkeiten sehen Sie derzeit noch bei Bewertungsmethoden und Messbarkeit? 

Transparenz erfordert standardisierte Daten und Berichterstattung der Portfoliounternehmen. Hier gibt es derzeit noch Lücken, an denen der Gesetzgeber und internationale Standardsetzer aber arbeiten. Europaweite oder gar globale Standards zu schaffen braucht Zeit. Vieles ist im Fluss. 2022 sind wir der PCAF-Initiative (Partnership for Carbon Accounting Financials) beigetreten, um weiter an globalen Bewertungsstandards für die Dekarbonisierung von Finanzportfolios mitzuarbeiten.

Die Fragen stellte Gabriele Kalt.

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