Düsseldorf ist nicht nur die Konzernzentrale, sondern auch der zweitgrößte Produktionsstandort des globalen Unternehmens Henkel. Der Standort hat daher im Konzern eine Vorbild- und Pionierfunktion in Sachen Nachhaltigkeit. So läuft beispielsweise die Waschmittelproduktion heute komplett mit CO2-neutraler Energie.
Bei allen Maßnahmen war eins immer klar: Alleine vor sich hin tüfteln schafft noch keine Nachhaltigkeit. Die Klimakrise lässt sich nur gemeinsam lösen. Im Zentrum unserer Nachhaltigkeitsstrategie stehen daher Kooperationen mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Partnern. Gemeinsam verwirklichen wir innovative Ideen, um sichtbare und messbare Ergebnisse in Sachen Nachhaltigkeit zu erzielen.
Industrielle Abwärme für Haushalte
Zu diesen Partnern gehört unsere Heimatstadt. Mit den Stadtwerken Düsseldorf haben wir 2022 eine langfristige Energiekooperation besiegelt: Als erstes ortsansässiges Unternehmen wird Henkel die Abwärme seines Kraftwerks in das Fernwärmenetz der Stadtwerke einspeisen.
Die Idee wurde vor mehr als zehn Jahren geboren, aber die Zeit war damals noch nicht reif: Weder gab es die Infrastruktur, um industrielle Abwärme nutzbar zu machen, noch den politischen Willen, ein so umfangreiches Bauvorhaben zu fördern. Als aber die Stadt 2018 entschied, einen Fernwärmeverbundaufzubauen, kam Dynamik in die Sache. Die Förderung durch das Land NRW wurde gesichert, so dass das Projekt gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf weitergeplant werden konnte.
Seit November 2022 werden die Leitungen gebaut, der Spatenstich für die Energiezentrale neben dem Kraftwerk auf dem Werksgelände erfolgte im August 2023. Die Einspeisung der Abwärme soll Ende 2024 beginnen. Ab dann werden bis zu 40 Prozent des Fernwärmebedarfs der benachbarten Stadtteile darüber gedeckt. Die Stadtwerke können durch den reduzierten Erdgasverbrauch ihre CO2-Emissionen um rund 6.500 Tonnen pro Jahr senken. Damit unterstützen wir unsere Heimatstadt dabei, ihre CO2-Ziele bis 2035 zu erreichen, und kommen auch unserem eigenen Ziel näher, bis 2030 klimapositiv zu produzieren.
Innovation in der Standortlogistik
Starke Partnerschaften sind auch ein Schlüssel für den Erfolg unseres Teams „Future Mobility“, das in Düsseldorf abteilungsübergreifend an nachhaltigen Lösungen für Transport, Verkehr und Mobilität arbeitet. Erst kürzlich haben wir den ersten vollelektrischen 40-Tonner-Lkw in Betrieb genommen, um den Fuhrpark nachhaltiger zu gestalten. Ferner bekommt die Flotte demnächst Zuwachs durch einen Lkw mit Wasserstoffantrieb. Ein weiteres Vorzeigeprojekt des Teams war es, die CO2-Emissionen für den Transport der Wasch- und Reinigungsmittel zwischen den Produktionsstandorten in Serbien und Düsseldorf zu senken. Dafür mussten die Lkw-Auflieger von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Das scheitert aber oft daran, dass die Trailer aufwendig per Kran auf die Züge verladen werden müssen.
Hier kam unser Partner Helrom ins Spiel. Das Unternehmen hat ein Patent für Spezial-Ladeflächen, auf die man Lkw-Auflieger kranlos verladen kann: Die Ladefläche schwenkt zur Seite und senkt sich zur Straße ab. Der Auflieger wird einfach rückwärts in die abgesenkte Auflage eingeparkt. Es ist eine Weltneuheit, aber jahrelang hatte niemand die Idee verwirklichen wollen. Die Kooperation erwies sich schnell als sinnvoll: Helrom hatte das innovative Produkt, Henkel den Anwendungsfall. Gemeinsam setzten wir das Projekt innerhalb weniger Monate um. Heute fährt der Sonderzug mit 30 Aufliegern dreimal die Woche von Wien nach Düsseldorf und zurück. Jede Tour spart gegenüber dem Straßentransport 70 Prozent CO2 ein. Inzwischen nutzen auch andere Unternehmen den Sonderzug, so dass wir eine Ausweitung der Kapazitäten sowie neue Strecken ins Auge gefasst haben.
Digitalisierung als Hebel
Neben diesen Kooperationen ist die Digitalisierung unserer Produktion ein wichtiger Hebel für eine nachhaltige Zukunft. So war Düsseldorf 2013 der erste Henkel-Produktionsstandort, der den Ressourcenverbrauch der Maschinen über eine digitale Plattform sichtbar machte. Alle Maschinen und Produktionslinien in der Wasch- und Reinigungsmittelherstellung sind mit hunderten Sensoren ausgestattet, die Verbrauchsdaten zu einem Server senden. Künstliche Intelligenz analysiert die Daten in Echtzeit und übersetzt sie in Diagramme und Grafiken. So konnten Muster beim Energieverbrauch erkannt und die CO2- Emissionen kontinuierlich gesenkt werden.
Im Jahr 2020 hat das Weltwirtschaftsforum die Wasch- und Reinigungsmittelproduktion in Düsseldorf dafür als Vorreiter der 4. Industriellen Revolution ausgezeichnet und sie in sein „Global Lighthouse Network“ aufgenommen. Ziel des renommierten Netzwerks ist es, fortschrittliche Produktionstechnologien zu fördern. Mitglieder sind rund 100 Produktionsstätten großer internationaler Unternehmen.
Inzwischen sind alle 30 Produktionsbetriebe von Wasch- und Reinigungsmittelprodukten über die digitale Plattform miteinander verbunden. Zusätzlich hilft moderne Software, den Energieverbrauch von Prozessen weiter zu optimieren. So wurde kürzlich die CO2- Bilanz der energieaufwendigen Sprühtrocknung unserer Waschpulver noch einmal um fünf Prozent reduziert. Auch dieser Digitalisierungsschritt wurde in Düsseldorf pilotiert und dann in weitere Produktionsstätten ausgerollt.
Nachhaltige Mobilität
Rund 6.000 Mitarbeitende pendeln zum Standort und verursachen dadurch Emissionen. Das Team „Future Mobility“ befasst sich daher nicht nur mit dem Transport von Gütern über den europäischen Kontinent, sondern auch mit der Mobilität zum und am Standort. Die erste Ladestation für E-Autos haben wir 2011 aufgestellt. Inzwischen gibt es auf dem Werksgelände mehr als 220 Ladepunkte für Dienst- und Privatfahrzeuge. Den Ladestrom produzieren unter anderem großflächige Photovoltaikanlagen. Zudem steigt die Zahl der Dienstfahrräder stetig. Viele von uns, ich eingeschlossen, fahren gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit. Für uns ist Nachhaltigkeit mehr als eine strategische Unternehmenspriorität. Sie ist ein Herzensanliegen, das wir mit unseren vielfältigen Partnern immer weiter voranbringen wollen. Wir sind überzeugt: Wenn alle an einem Strang ziehen – Wirtschaft, Politik, jeder Einzelne – dann können wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten.




