Wie die Anzahl von Patentanmeldungen in Deutschland zeigt, wird hierzulande nach einigen Jahren des Rückgangs nun wieder mehr getüftelt und erfunden, entwickelt und innoviert. Erfinderisch zeigen sich neben Einzelpersonen vor allem Unternehmen. Sie beschäftigen sich mit Technologiefeldern, die sowohl die deutsche Industrielandschaft als auch die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit widerspiegeln. So waren dem Deutschen Patent- und Markenamt zufolge 2023 die Technologiefelder mit den meisten Patentanmeldungen den drei Sektoren Maschinenbau, Elektrotechnik und Instrumente zuzurechnen.
Beim Maschinenbau wiederum spielt das Feld Transport eine besondere Rolle, was zumindest in Teilen auch auf die Autoindustrie zurückzuführen sein dürfte. Forschungsthemen wie autonomes Fahren und alternative Antriebe bieten Raum für neue Entwicklungen und eröffnen gleichzeitig Chancen für nachhaltigere Mobilität im Allgemeinen wie auch für den Standort Deutschland im Speziellen. Neben den produktbezogenen Erfindungen können als Standortfaktor auch Technologien für effizientere Produktionsabläufe wichtig werden.
Im Sektor Elektrotechnik waren 2023 die Schwerpunkte in der Patentanmeldung die Felder elektrische Maschinen und Geräte/elektrische Energie und Computertechnik. Inhaltlich bestimmend sind hier die Megatrends Digitalisierung und KI, inklusive Vernetzung, Smart-Home-Technologien und Netzwerk der smarten Dinge. Die Bedeutung der KI nimmt darüber hinaus auch in Bereichen wie der Medizintechnik oder der Verkehrs- und Fahrzeugtechnik zu. Weiterhin wird in den Bereichen Virtual und Augmented Reality, aber auch im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität geforscht.
Starke Zuwächse verzeichnet das Deutsche Patent- und Markenamt nach eigenen Angaben aktuell nicht zuletzt auch bei den Patentanmeldungen im Themenfeld erneuerbare Energien. Insbesondere Solarenergie und Windkraft, aber auch Batterietechnik werden als wichtige Zukunftstechnologien für die Sicherung der Energieversorgung und die Weiterentwicklung von Elektromobilität stark beforscht.
Sei es zu den genannten Technologien oder zu anderen Bereichen – welchen Innovationsgeist Deutschland insgesamt gesehen an den Tag legt, belegen diverse Länderrankings. Hinsichtlich der angemeldeten Patente liegt Deutschland dort nämlich beständig in den Top Ten.
Welche Unternehmen in Deutschland derzeit in der Öffentlichkeit besonders durch ihre Entwicklung oder aber durch ihre erfolgreiche Anwendung von neuen Technologien auffallen und also als Deutschlands Technologie-Vorreiter gelten, hat die Kölner Rating- und Rankingagentur ServiceValue in einer aktuellen Studie ermittelt. 357 von etwa 14.000 untersuchten Unternehmen aus 25 Branchen gehen aus der Untersuchung mit der Auszeichnung „Deutschlands Technologie-Vorreiter 2024“ hervor und werden durch das F.A.Z.-Institut prämiert. Damit erlangen sie auch das Anrecht auf das gleichlautende Zertifikat.
Die Studie basiert auf Erhebungen aus einem zweistufigen Webmonitoringverfahren. In der ersten Stufe des Verfahrens, dem Crawling, wurden zwischen dem 1. Mai 2022 und dem 30. April 2024 mehrere 100 Millionen öffentliche, deutsche oder deutschsprachige Internetquellen inklusive redaktioneller Webseiten und Social Media nach etwa 14.000 Unternehmen, den sogenannten Entitäten, in ihrer Verbindung zu Erwähnungen bestimmter Eventtypen durchsucht. Die relevanten Eventtypen waren die vier Themenfelder Technologie, Forschung & Entwicklung, Produktneuheit und Innovation. Die Eventtypen wurden konkretisiert durch vordefinierte Keywords, Text- und Satzkorpora wie beispielsweise technologischer Fortschritt, Digitalisierung, Erfindung, Patentanmeldung, Weltneuheit, Produktverbesserung und Smart Data Analytics und viele andere mehr.
In der zweiten Stufe, dem Processing, wurden die im Webcrawling gesammelten Daten unter Einsatz neuronaler Netze, also mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet und analysiert. Für jede Entität wurde für jeden Eventtyp die Tonalität anhand von Textfragmenten dahingehend untersucht, ob die Erwähnungen als positiv, negativ oder neutral zu bewerten sind. Rund 4 Millionen öffentlich getätigte Nennungen wurden auf diese Weise identifiziert und zugeordnet. Dadurch wurde erfasst, wie die untersuchten Unternehmen in der Netzöffentlichkeit hinsichtlich der vier vordefinierten Eventtypen abschneiden. Gewertet wurde schließlich nach Punkten, die für die einzelnen Eventtypen in gleicher Gewichtung vergeben und zu einem Gesamturteil zusammengeführt wurden. Für ein positives Gesamturteil mussten die untersuchten Unternehmen folglich hinsichtlich aller abgefragten Eventtypen überzeugen und konnten nicht durch punktuell gute Einzelleistungen glänzen. In diesem Punktesystem wurde die Auswirkung, welche die jeweils festgestellte Tonalität eines Eventtyps in Kombination mit einer Entität hatte, bezogen auf ihre Reichweite bewertet: Je höher die Reichweite eines solchen Treffers, desto stärker wurde die Richtung der Tonalität – positiv oder negativ – in der Bewertung gewichtet. Die Berechnung des Punktwertes schließlich erfolgte branchenspezifisch. Der jeweils Branchenbeste erhielt 100 Punkte und setzt damit den Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen seiner Branche. Die Auszeichnung „Deutschlands Technologie-Vorreiter 2024“ erhalten diejenigen Unternehmen, die in allen Themenfeldern auf ihre Branche bezogen überdurchschnittlich gut performen.
Die Sieger der 25 in der Studie untersuchten Branchen

Quelle: Studie „Deutschlands Technologie-Vorreiter 2024“ der ServiceValue GmbH





