Wie Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion bei IKEA zum Alltag gehören

Wenn politische Akteure das Ende von Diversity-Programmen fordern, ist das ein Angriff auf die Werte einer offenen Gesellschaft und die strategische Ausrichtung verantwortungsvoller Unternehmen. Für IKEA ist Vielfalt keine politische Geste, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit. Diverse Teams sind nachweislich innovativer, verstehen die Komplexität globaler Märkte besser und spiegeln unsere Kundschaft wider. Auf diese Stärke zu verzichten, hieße, bewusst auf Talente und Zukunftsfähigkeit zu verzichten.

Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Gräben tiefer werden, ist es entscheidend, Haltung zu zeigen. Wir stehen fest zu unserem Ziel, eine Kultur zu schaffen, in der sich jeder Mensch wertgeschätzt fühlt – als Basis für nachhaltigen Erfolg.

Vielfalt bei IKEA drückt sich durch Zugehörigkeit und Respekt für alle aus. // Quelle: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG

Ein Zuhause für alle – unsere Vision

Seit der Gründung verfolgt IKEA die Vision, möglichst vielen Menschen ein besseres Zuhause zu ermöglichen. Doch was bedeutet „Zuhause“ in einer vielfältigen Gesellschaft? Für uns ist es weit mehr als ein Ort mit Möbeln. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen unabhängig von Herkunft, Möglichkeiten, Identität oder Lebenssituation willkommen, sicher und wertgeschätzt fühlen.

Ein Zuhause ist ein Ort der Zugehörigkeit. Es ist ein Ort, an dem Unterschiede nicht nur akzeptiert, sondern gefeiert werden. Inklusion beginnt dort, wo Vielfalt als Bereicherung verstanden wird, wo Stimmen gehört und Perspektiven ernst genommen werden. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen alle Menschen die Möglichkeit haben, zu wachsen, sich einzubringen und ihr Potential zu entfalten.

Diese Haltung prägt unser tägliches Handeln – in unseren Einrichtungshäusern, in unseren Teams und in der Gesellschaft. Denn wir sind überzeugt: Ein besseres Leben zu Hause beginnt mit einem respektvollen Miteinander. Und dieses Miteinander entsteht nicht von selbst. Es braucht Engagement, Offenheit und den festen Willen, Barrieren abzubauen.

Vielfalt als Stärke – gemeinsam besser entscheiden

Vielfalt ist bei IKEA gelebte Realität und eine Stärke, die uns in unserer täglichen Arbeit bereichert. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven zusammenkommen, entstehen bessere Entscheidungen, mehr Kreativität und Innovation und dadurch ein stärkeres Unternehmen. Aktuell arbeiten über 20.000 Menschen aus über 130 Nationen bei IKEA Deutschland – mit einem Anteil von 15,2 Prozent Kolleg:innen ohne deutschen Pass – was auch den Anteil in der Bevölkerung widerspiegelt.

Diese Vielfalt zeigt sich nicht nur in Zahlen, sondern auch in den Geschichten und Ideen, die unser Unternehmen prägen, in den individuellen Wegen, die unsere Mitarbeitenden gegangen sind, in den Sprachen, die in unseren Pausenräumen gesprochen werden, und in den Ideen, die unsere Produkte und Services besser machen. Wir glauben daran, dass jede Perspektive zahlt – und dass echte Innovation dort entsteht, wo Menschen sich sicher fühlen, ihre Meinung zu sagen.

Inklusion heißt Teilhabe ermöglichen

Inklusion bedeutet für uns: das Gefühl und die Gewissheit dazuzugehören – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, ethnischer oder kultureller Herkunft oder Beeinträchtigungen. Es bedeutet, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen – sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Umfeld.

Das geschieht bei IKEA durch den Zugang zu fairen Arbeitsbedingungen und erschwingliche Einrichtungslösungen. So können mehr Menschen das Leben aufbauen, das sie sich für sich und ihre Familien wünschen. Denn ein Zuhause sollte kein Privileg sein, sondern ein Recht für alle.

Gerade geflüchtete Frauen sind für IKEA eine Gruppe, die besondere Unterstützung benötigt, da sie oft zum ersten Mal in ihrem Leben versuchen, auf einem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Viele von ihnen durften aufgrund kultureller oder religiöser Bedingungen bisher keiner bezahlten Arbeit nach gehen. Um diese Frauen und auch andere Geflüchtete gezielt zu unterstützen, haben wir konkrete Maßnahmen ergriffen. So haben wir seit 2022 beispielsweise 60 Kolleg:innen zu Buddies ausgebildet, die neue Mitarbeitende mit Fluchthintergrund beim Ankommen im Unternehmen begleiten. Diese persönliche Begleitung er leichtert nicht nur den Einstieg, sondern schafft auch eine vertrauensvolle Atmosphäre.

Darüber hinaus wurden bis heute 200 geflüchtete Frauen durch spezielle Trainingsprogramme gestärkt, um ihnen den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Unser Engagement ist dabei langfristig ausgelegt: Bis 2027 werden wir rund 500 Menschen mit Fluchthintergrund auf ihrem Weg begleiten, um eine nachhaltige Integration zu fördern und ihnen bei IKEA eine berufliche Heimat zu bieten.

Auch unsere Einrichtungslösungen tragen zur Inklusion bei. Ob möglichst barrierefreie Gebäude, visuell unterstützte Produktinformationen oder flexible Möbel für unterschiedliche Lebensrealitäten – wir gestalten unsere Produkte so, dass sie möglichst vielen Menschen den Alltag besser machen.

Verantwortung übernehmen – für eine gerechtere Gesellschaft

Inklusion bedeutet für uns auch, Verantwortung zu übernehmen und sich für Fairness und Chancengerechtigkeit einzusetzen. Unser Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung liegt bei 6,0 Prozent – und damit über der gesetzlich geforderten Quote. Kolleg:innen mit Flucht- oder Migrationshintergrund können bei Bedarf an von IKEA finanziertem Deutschunterricht teilnehmen, um ihre Chancen zu verbessern und sich aktiv einzubringen.

Wir unterstützen queeres Leben und queere Rechte, zum Beispiel durch Spenden aus dem Verkauf unserer beliebten Regenbogentasche STORSTOMMA. Auf zahlreichen Christopher Street Days sind wir mit Gruppen vertreten und freuen uns über unser queeres Mitarbeitenden Netzwerk, das sich für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung stark macht.

Zudem haben sich in über 50 unserer Einheiten lokale Diversity-Gruppen gebildet, die Vielfalt und Inklusion vor Ort mit konkreten Aktionen vorantreiben. So wurde beispielsweise ein Zebrastreifen vor einem Einrichtungshaus in Regenbogenfarben gestaltet, um die Unterstützung für die Rechte der LGBTQIA+-Community sichtbar zu machen. Bei einem internen Fotowettbewerb wurden Mitarbeitende dazu aufgerufen, Produkte in Szene zu setzen, die ein barrierefreieres Leben zu Hause ermöglichen. Mit solchen Initiativen setzen sich die Gruppen für ein respektvolles Miteinander ein – direkt dort, wo unsere Kund:innen und Kolleg:innen täglich zusammenkommen.

Wir wissen: Eine gerechtere Gesellschaft entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch kontinuierliches und breit aufgestelltes Engagement. Deshalb arbeiten wir mit lokalen Organisationen zusammen, fördern Bildungsangebote und setzen uns für faire Arbeitsbedingungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette ein.

Ein Motiv der Diversity-Kampagne 2023: Sichtbarkeit als Signal für Zugehörigkeit – nach innen wie nach außen. // Quelle: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG

Sensibilisieren, zuhören, lernen – gemeinsam für Respekt

Vielfalt und Inklusion erfordern Aufmerksamkeit, Reflexion und kontinuierliches Lernen. Deshalb sind alle Führungskräfte bei IKEA eingeladen, sich über kurze virtuelle Veranstaltungen zu vulnerablen Gruppen, Diskriminierung, Rassismus und unbewussten Vorurteilen zu informieren. Diese Formate fördern ein tieferes Verständnis und stärken die Fähigkeit, inklusiv zu führen.

Mit der Broschüre „Gemeinsam für Vielfalt und Respekt“ wurden 2025 alle Mitarbeitenden mehrsprachig für die Themen Diskriminierung, Benachteiligung und Belästigung sensibilisiert. Sie bietet Orientierung, schafft Bewusstsein und zeigt Wege auf, wie wir gemeinsam für ein respektvolles Arbeitsumfeld sorgen können.

Mehrere Mitarbeitenden-Netzwerke tauschen sich untereinander und mit der Unternehmensleitung zu ihren speziellen Bedürfnissen am Arbeitsplatz aus. Dieser Dialog ist wertvoll – er macht sichtbar, wo Veränderung notwendig ist, und ermöglicht konkrete Verbesserungen. Denn echte Teilhabe entsteht dort, wo Menschen gehört und ernst genommen werden. Wir fördern eine Kultur des offenen Austauschs – in Workshops, Feedbackrunden und durch persönliche Gespräche. Denn nur wenn wir zuhören, können wir verstehen. Und nur wenn wir verstehen, können wir gemeinsam wachsen.

Vielfalt ist Teil unserer DNA

Es bleibt noch viel zu tun. Doch wir sind fest entschlossen, weiterzumachen. Denn Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion sind für uns keine Trends, sondern Teil unserer DNA – und Grundlage für den besseren Alltag, den wir für die vielen Menschen schaffen wollen. Wir glauben daran, dass eine gerechtere Gesellschaft allen zugute kommt. Und wir wissen, dass wir als Unternehmen eine Verantwortung tragen, aktiv dazu beizutragen. Deshalb gestalten wir unsere Arbeitswelt inklusiv, unsere Produkte zugänglich und unsere Kommunikation respektvoll. Denn nur so wird aus einem besseren Leben zu Hause ein besseres Leben für alle. Vielfalt ist kein Ziel, das man einmal erreicht, sie ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen: mit Mut, mit Offenheit und mit der festen Überzeugung, dass jeder Mensch zählt.

Lokal sichtbar: Aktionen wie ein Regenbogen-Zebrastreifen signalisieren Unterstützung für LGBTQIA+ vor Ort. // Quelle: Inter IKEA Systems B.V.

Vielfalt leben – fünf Prinzipien aus der Praxis bei IKEA

Bei IKEA zeigt sich Vielfalt nicht nur in Strategien und Kennzahlen, sondern im täglichen Miteinander. Fünf zentrale Bausteine prägen diesen Ansatz:

1. Vielfalt im Alltag verankern
Nicht die Leitbilder, sondern die Routinen entscheiden: Buddy-Programme, Trainings und lokale Diversity-Gruppen machen Vielfalt dort wirksam, wo Zusammenarbeit täglich stattfindet.

2. Langfristig planen statt aktionistisch reagieren
Nachhaltige Integration entsteht über Jahre. Mehrjährige Projekte – etwa zur Begleitung von Mitarbeitenden mit Fluchthintergrund – schaffen Verlässlichkeit nach innen und außen.

3. Teilhabe praktisch denken
Inklusion zeigt sich in Details: barrierearme Gebäude, verständliche Kommunikation, flexible Lösungen für unterschiedliche Lebensrealitäten. Wer Produkte und Arbeitsumgebung so gestaltet, erweitert systematisch Zugänge.

4. Führung gezielt in Verantwortung nehmen
Kulturveränderung bleibt begrenzt, wenn sie primär aus HR heraus gesteuert wird. Schulungen, Sensibilisierung und klare Erwartungen an Führungskräfte machen Inklusion zu einer Führungsaufgabe – nicht zu einem Zusatzprojekt.

5. Sichtbarkeit und Partnerschaften strategisch nutzen
Sichtbare Signale – etwa Präsenz bei CSDs – und Kooperationen mit NGOs oder lokalen Initiativen verstärken bestehende Maßnahmen. Sie zeigen Haltung, ohne die interne Arbeit zu ersetzen, und schaffen zusätzliche Glaubwürdigkeit.

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