Maria Bley ist Stiftungsleiterin bei HUMOR HILFT HEILEN
Humor wird oftmals als Soft Skill unterschätzt. Was ist die besondere Stärke von Humor?
Maria Bley (M. B.): Humor kann dabei unterstützen, belastende Situationen zu bewältigen. Er wirkt vertrauensbildend und stärkt die Resilienz. Eine positive Humorkultur in Unternehmen korreliert nachweislich mit einer hohen Mitarbeitenden-Zufriedenheit. Sie ist gekennzeichnet durch eine Atmosphäre, in der man miteinander anstatt übereinander lacht, und in der verbindende Formen von Humor vorherrschen. Humor ist nicht nur ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, sondern auch im Umgang mit Stress. Positiver Humor ist eine essentielle Stärke im Sinne der Positiven Psychologie.
Wenn Mitarbeitende und Führungskräfte einen Sinn für positiven Humor haben, dann ist dies ein Indikator von gutem Teamgeist. Die Zusammenarbeit mit der eigenen Führungskraft kann durch ein humorvolles und wertschätzendes Miteinander gefördert werden. Das alles zeigen z. B. Ergebnisse der Mitarbeitenden-Befragungen des Forschungs- und Beratungsinstituts „Great Place to Work®“(GPTW). Humor ist damit weit mehr als ein Wohlfühlfaktor, es ist eine Haltung.
Inwiefern trägt eine solche Haltung zu einer positiven Unternehmenskultur bei?
M. B.: Dem positiven Humor liegt eine Haltung zugrunde, die wir von einem professionellen Klinikclown lernen können: Klinikclowns sind Profis darin, eine authentische und positive Beziehung zum Gegenüber aufzubauen. Wenn ein Klinikclown ein Krankenzimmer betritt, weiß er nie genau, was ihn erwartet – anders als ein Bühnenkünstler hat er kein festes Programm, sondern muss improvisieren und sich immer wieder neu auf Unerwartetes einlassen und damit konstruktiv umgehen. Das Unvorhergesehene ist sein Alltagsgeschäft. Er verfügt in hohem Maße über kreative, mentale und emotionale Flexibilität und einen Grundoptimismus. Der Klinikclown ist über eine grundsätzlich spielerische Haltung darauf ausgerichtet, Chancen zu erkennen und Stärken zu stärken. Er nimmt damit immer einen ressourcenorientierten Blick ein. Er ist ein Freund des Scheiterns. Er scheitert ausführlich, lustvoll und kreativ. Er ist hochgradig präsent und sehr wahrnehmungsstark in der jeweiligen Situation und bricht gewohnte Rollen und Muster auf. Das sind alles Haltungen und Fähigkeiten die Unternehmen brauchen – und dies gerade in unsicheren oder krisenhaften Zeiten wie diesen.
Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen Humor in den Alltag zu integrieren?
M. B.: In Deutschland vertreten wir oft die Haltung „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. So als wären Arbeit und Freude etwas Gegensätzliches. Aber: es lohnt sich, Humor ernst zu nehmen. Ein wichtiger Schritt ist den Mitarbeitenden zu signalisieren, dass Humor erwünscht ist, in dem positiver und verbindender Humor von Führungskräften vorgelebt wird oder auch entsprechende Projekte gefördert werden. Was viele nicht wissen: Humor kann man trainieren! Von Seiten der Stiftung bieten wir Team-Workshops insbesondere für Menschen in Heil- und Gesundheitsberufen an. Wir kooperieren u. a. mit Unternehmen in Form der Finanzierung von Klinikclown-Projekten oder der Resilienz- und Humorförderung an Pflegeschulen. Wir sind aber auch offen für andere Wege der Kooperation – kommen Sie mit uns in den Austausch und: schenken Sie Humor!

Weitere Informationen dazu auf unserer Website: www.humorhilftheilen.de/unternehmenspatenschaft oder sprechen Sie mich einfach an (Kontakt: m.bley@humorhilftheilen.de)! Wir finden dann gemeinsam ein geeignetes Projekt für Sie und Ihr Unternehmen.
Die Fragen stellte Stefanie Wolf




