Würden Menschen mit Behinderungen stärker in den Arbeitsmarkt integriert, könnte die Fachkräftelücke reduziert werden. Denn Menschen mit Behinderungen sind oft gut qualifiziert: Im Jahr 2022 hatte von den arbeitslosen Menschen mit Behinderungen ein höherer Anteil einen Berufs- oder Hochschulabschluss als von den Arbeitslosen ohne Behinderungen, berichtet der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Im Jahr 2022 hatten 54 Prozent der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen einen Berufs- oder Hochschulabschluss. Bei den Arbeitslosen ohne Behinderungen waren es nur 43 Prozent.

Der Fach- und Arbeitskräftemangel in Deutschland ist auf Rekordhoch: Im Jahr 2023  bis Oktober konnten laut der Bundesagentur für Arbeit im Schnitt 770.000 offene Stellen nicht besetzt werden. Wenn es um Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung geht, wird in der Öffentlichkeit oft über Arbeitskräfte aus dem Ausland diskutiert. Um Inklusion geht es eher selten. Dabei liegt hier großes Potenzial, berichtet das Institut: Bundesweit gab es im Jahr 2021 rund 3,1 Millionen Schwerbehinderte im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre). Von ihnen sind längst nicht alle in den Arbeitsmarkt integriert. So waren im Oktober 2023 rund 166.000 Menschen mit Behinderungen arbeitslos – trotz guter Qualifikation. Mit Inklusionsmaßnahmen wie technischen Arbeitshilfen oder flexiblen Arbeitsmodellen ließe sich diese Bevölkerungsgruppe stärker in den Arbeitsmarkt integrieren und die Fachkräftelücke reduzieren. Auch darüber hinaus kann ein grundsätzlich auf Inklusion ausgerichteter Arbeitsmarkt die Fachkräftesituation entspannen. So können Beschäftigte, die durch eine Krankheit oder einen Unfall Behinderungen davontragen, gut integriert weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.

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