Nachhaltigkeit ist nicht nur das Gebot der Stunde – sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir die Herausforderungen von heute und morgen überhaupt bewältigen können. Sie ist weit mehr als ein strapazierter Begriff. Nachhaltigkeit ist eine bewusste Entscheidung für Innovation, kreatives Denken und zukunftsfähige Lösungen. Es geht darum, Dinge zu entwickeln, die langlebig sind und dabei effizient und ressourcenschonend hergestellt werden. Zugleich sollen sie einen echten Mehrwert schaffen: für die Umwelt, das Gesundheitssystem und Patientinnen und Patienten weltweit. Im Gesundheitssektor sind wir auf fortschrittliche Technologien sowie wertvolle Rohstoffe angewiesen, um möglichst vielen Menschen zu helfen. Unsere Magnetresonanztomographen beispielsweise benötigen die endliche Ressource Helium zur Kühlung ihrer Magneten. In unseren Computertomographen ist Wolfram verbaut, ein Metall mit hoher thermischer Stabilität und einer hohen Konversionsrate von elektrischer Energie in Röntgenstrahlung. Allerdings ist es begrenzt und kann geopolitischen Risiken unterliegen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit all den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen ist daher essenziell und auch ein Ausdruck von Respekt – gegenüber der Natur und der menschlichen Ingenieurskunst. Siemens Healthineers sieht es als Pflicht an, Systeme nicht nur für heutige Anforderungen zu bauen, sondern mit Weitblick – robust, modular, upgradefähig und zukunftssicher.
Dabei darf Nachhaltigkeit nicht als Verzicht missverstanden werden. Sie bedeutet nicht, weniger zu leisten, sondern intelligenter zu gestalten.
Die Vision: Medizintechnik, die Höchstleistungen ermöglicht und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck konsequent minimiert. Dafür müssen wir tradierte Denkmuster hinter uns lassen und neue Wege erschließen. Es ist höchste Zeit, das „Secondhand“-Stigma zu überwinden und etwa Refurbishment, also die Aufarbeitung von Systemen, als das zu begreifen, was es tatsächlich ist: ein Innovationstreiber, der Nachhaltigkeit mit höchster technischer Qualität verbindet.
Refurbishment und Upgrades: Qualität trifft Ressourceneffizienz
Die Kreislaufwirtschaft bietet enormes Potenzial, Wachstum von der Nutzung endlicher Ressourcen zu entkoppeln. Sie eröffnet Raum für neue Denkweisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom intelligenten Produktdesign über gezielte Wartung und Upgrades bis hin zur vollständigen Wiederverwertbarkeit. Die Systeme für diagnostische Bildgebung von Siemens Healthineers sind von Anfang an so konzipiert, dass sie aufrüstbar, aufarbeitbar und recycelbar sind. Auf diese Weise reduzieren wir den Bedarf an kritischen und limitierten Rohstoffen und stärken gleichzeitig die Resilienz der Lieferketten und damit auch des Gesundheitssystems. Beim Refurbishment innerhalb von Siemens Healthineers durchlaufen gebrauchte Systeme einen strengen, fünfstufigen Qualitätsprozess: Unter anderem werden sie technisch geprüft, verschlissene Komponenten aufgearbeitet oder ersetzt, Software aktualisiert – und all das durch dieselben Expertinnen und Experten in denselben Fertigungsstätten wie bei unseren Neugeräten. Am Ende steht ein Bildgebungssystem, das in Qualität, Sicherheit und Leistungsfähigkeit einem neuen System in nichts nachsteht – und sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllt. Bei unserem Computertomographen SOMATOM Definition Edge eco etwa lassen sich im Vergleich zu einem Neusystem durch den reduzierten Materialeinsatz bis zu 86 Prozent beziehungsweise 24 Tonnen CO₂e-Emissionen vermeiden.1, 2 Ein weiterer Weg zu hochmoderner Medizintechnik führt über Upgrades direkt beim Kunden: Bei einem Magnetresonanztomographen etwa bleibt der besonders langlebige Magnet – mit fast eineinhalb Tonnen Stahl der material intensivste Bestandteil – vor Ort. Rund um diesen Kern wird mit neuesten Komponenten und Software ein nahezu vollständig neues System aufgebaut. Das spart Transportwege, schont wertvolle Ressourcen und reduziert den CO₂e-Ausstoß erheblich. Allein durch das Upgrade eines unserer Magnetresonanztomographen, des MAGNETOM Vida, können wir bis zu 62.970 Kilogramm CO₂e einsparen – das entspricht einer Emissionsreduktion von rund 80 Prozent im Vergleich zur Neuproduktion.3 Gleichzeitig profitieren die Kunden von kurzen Installationszeiten, die im Vergleich zu Neusystemen keine großen Gebäudeumbaumaßnahmen voraussetzen. Das ermöglicht eine schnellere Wiederaufnahme des Betriebs – ein unschätzbarer Vorteil in einem Sektor, in dem jede Stunde zählt. In beiden Fällen gilt: Die kompromisslose Qualität bleibt erhalten. Auch die Ersatzteilverfügbarkeit ist gewährleistet und kann durch denselben umfassenden Service ergänzt werden – inklusive regelmäßiger Inspektionen, Wartung und Softwareaktualisierungen –, um dauerhaft höchste Leistungsfähigkeit sicherzustellen.
Hightech für alle – nachhaltig und bezahlbar
Besonders spannend ist der Blick auf das, was dadurch gesellschaftlich möglich wird: Indem aufgearbeitete Systeme zu geringeren Kosten angeboten werden können, eröffnen sich neue Chancen für Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen – auch in Regionen, in denen Budgetrestriktionen bislang den Zugang zu hochwertiger Medizintechnik verhindert haben.
Bereits seit 25 Jahren stellen wir sicher, dass Refurbishment keine Übergangslösung, sondern eine vollwertige Alternative ist.
Das bedeutet: transparente Prozesse, nachvollziehbare Qualitätsstandards, unabhängige Prüfverfahren wie durch die International Organization for Standardization (ISO) und umfassende Aufklärung. Wir möchten überzeugen: Ein auf gearbeitetes System ist Hightech – leistungsfähig, sicher, innovativ. Die darin enthaltene Technologie ist auf dem neuesten Stand der Technik und kann sowohl hardware- als auch softwareseitig wie bei einem Neusystem kundenspezifisch konfiguriert werden. Dies ermöglicht zum Beispiel den Zugang zu aktuellen, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Applikationen zur Bildverarbeitung. Dadurch können Diagnosezeiten verkürzt, Workflows verbessert und der Komfort für Patientinnen und Patienten spürbar erhöht werden. Gerade der Einsatz von KI zeigt, wie sehr sich Nachhaltigkeit und Digitalisierung gegen seitig verstärken können. Sie hilft, Bilddaten zu analysieren, kann repetitive Aufgaben automatisieren und entlastet medizinisches Fach personal. Das kann die Qualität und Quantität der Versorgung deutlich erhöhen – und zwar unabhängig davon, ob das System brandneu oder aufgearbeitet ist.
Der Weg zu einer resilienten und gerechten Gesundheitsversorgung
Unser Engagement endet nicht bei der Technik – es beginnt dort. Gemeinsam mit unseren Kunden fördern wir den Austausch weltweit, um Ver trauen aufzubauen und langfristige Perspektiven zu schaffen. Unser Ziel ist es, Systeme verfügbar zu machen, die nachhaltig, modern und wirtschaftlich zugleich sind – in jedem Markt, in jeder Versorgungsrealität. Mit dem Fokus auf zirkuläre Lösungen verfolgen wir konsequent den Anspruch, das volle Potenzial der Kreislaufwirtschaft in der Medizintechnik auszuschöpfen. Refurbishment und Upgrades sind dabei nicht nur technische Lösungen – sie sind ein Bekenntnis zu einer verantwortungsvollen, zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung.

Gleiche Fertigungsstätte, gleiche Qualität: Medizintechnik-Refurbishment. // Quelle: Siemens Healthineers AG
Quellen:
1 CO2e steht für „Kohlenstoffdioxid-Äquivalent“, eine Kennzahl, die die Auswirkungen verschiedener Treibhausgase in der Menge an CO2 ausdrückt, die denselben Effekt hätte.
2 Basierend auf dem Durchschnitt der wiederverwendeten Komponenten pro zurückgegebenem CT SOMATOM-Definition-Edge-System in den Jahren 2022–2024. Ob Komponenten tatsächlich aufgearbeitet oder für Teile zurückgewonnen oder anderweitig recycelt werden, hängt vom Zustand des Systems ab.
3 Alle Werte im Vergleich zwischen MAGNETOM Vida und Vida Fit. Der Vergleich basiert auf einer geschlossenen Lieferung. Daten liegen vor.




