Soziale Aufgabe: Das Engagement von WestLotto für die Engagierten

Je größer, desto weniger: Das ehrenamtliche Engagement in Deutschland scheint einer ganz eigenen Logik zu folgen. Denn, das belegen die Zahlen des „Ehrenamtatlas – So engagiert sich NRW“ sowie weiterer Erhebungen zum freiwilligen Engagement: Je größer die Stadt, in der die Menschen leben, desto weniger engagieren sich im Ehrenamt. Laut dem WestLotto-Ehrenamtatlas, der auf einer repräsentativen Forsa-Umfrage beruht, engagieren sich in Orten mit weniger als 20.000 Bewohnern 55 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner ab 18 Jahren. Bei Stadtgrößen bis 100.000 Einwohner sind es dann 50 Prozent, bei Städten bis 500.000 noch 48 Prozent. Und in den Großstädten Nordrhein-Westfalens mit mehr als 500.000 Einwohnern engagieren sich 46 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger.

Laut Prof. Dr. Andrea Walter von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, die die Erstellung des Ehrenamtatlas wissenschaftlich begleitet hat, sind die Zahlen auf ganz Deutschland übertragbar. Aber woher kommt der Unterschied? Das Ehrenamt hat in ländlichen Räumen eine ganz besondere Funktion und trägt sehr oft dazu bei, dass Angebote und Dienstleistungen der Daseinsfürsorge aufrechterhalten werden können, sagt Walter. Ein Beispiel: Der öffentliche Personennahverkehr ist in (großen) Städten wesentlich besser ausgebaut als auf dem Land. Wenn dort dann der Bus nicht mehr fährt, springen Bürgerbusvereine ein, und die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer sorgen so dafür, dass Menschen überhaupt noch von A nach B kommen. Im ländlichen Raum gibt es eine hohe Motivation zur Selbsthilfe.

Auch die Vereinskultur ist in ländlichen Regionen wesentlich ausgeprägter und spielt für die Identität der Menschen ebenso wie für ihr Engagement eine ganz andere Rolle. Ein Beispiel ist der Klassiker für das ehrenamtliche Engagement, der Sportverein: Insgesamt engagieren sich hier die meisten Menschen in NRW ehrenamtlich. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern (19 Prozent) allerdings seltener als in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern (26 Prozent).

Aufmerken lassen auch die Zahlen aus dem Bereich Kunst, Kultur und Musik. Hier geht die Engagement-Schere zwischen Stand und Land noch weiter auseinander: 500.000 Einwohner und mehr: 9 Prozent, unter 20.000 Einwohner: 21 Prozent.

Gemeinsam erfolgreich

Sichern die Menschen in ländlicheren Gegenden durch ihr Engagement also möglicherweise kulturelle Angebote, die in der Stadt ohnehin vorhanden sind? In jedem Fall übernehmen die Ehrenamtlichen gesellschaftliche Verantwortung. Auch das Engagement von WestLotto für das Ehrenamt rührt aus der tiefen Überzeugung, als staatliche Lotteriegesellschaft des Landes NRW Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen zu wollen. Über das Lotto-Prinzip sind wir seit jeher eng mit jenen Organisationen verbunden, bei denen sich Millionen Ehrenamtliche in Wohlfahrt, Sport, Kunst und Kultur sowie Umwelt- und Naturschutz engagieren.

Die in den Organisationen und Vereinen vorhandenen Strukturen bilden das Rückgrat für das Ehrenamt. Richtig erfolgreich werden Initiativen dann, wenn auch Wirtschaft und Politik ihren Teil dazu beitragen. Auch deshalb kooperiert WestLotto mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Nordrhein-Westfalen (lagfa NRW). Dort sind 134 Freiwilligenagenturen aus dem ganzen Bundesland zusammengeschlossen. Sie alle arbeiten träger-, bereichs-, themen- und zielgruppenübergreifend für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Dabei ist es egal, ob auf dem Land oder in der Stadt; die Herausforderungen ähneln sich, auch wenn es spezifische Gegebenheiten gibt: Die kurzen Wege in der Stadt ermöglichen es beispielsweise tendenziell jedem, der ehrenamtlich tätig sein möchte, einen passenden Einsatzort „gleich um die Ecke“ zu finden.

So auch in Gelsenkirchen. Die Ehrenamtsagentur dort zeigt, wie nicht nur die Unterstützung aus der Wirtschaft wirkt. Hier stellt die Stadt eigens eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter für die Geschäftsführung der Agentur ab. Wie dringend diese starke Verbindung aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik im Sinne des freiwilligen Engagements notwendig ist, verdeutlichen auch noch einmal die umfassenden Zahlen aus dem Ehrenamtatlas. Demnach fühlt sich fast die Hälfte der Engagierten nicht ausreichend gesellschaftlich wertgeschätzt – egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Genau deshalb ist Engagement für die Engagierten so wichtig.

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