Die soziale Seite der Nachhaltigkeit bei WestLotto: mit NGOs kooperieren, Ehrenamt fördern, Präventionsarbeit leisten

Was meinen wir eigentlich, wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen? Für Unternehmen ist das längst zu einer entscheidenden Frage geworden. Und sie zu beantworten wird immer schwieriger. Ein bisschen CO2 sparen hier, ein bisschen spenden dort, schließlich eine schöne Kampagne, am besten irgendetwas mit Bäumen – und dann läuft das schon? Eben nicht.

Das ist gut so, und das hat mehrere Gründe: Die Anforderungen an Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit sind gestiegen, das gilt in gleichem Maße natürlich auch für die Politik und jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft. Der regulatorische Rahmen gibt vor, dass und wie wir als Unternehmen uns des Themas Nachhaltigkeit annehmen müssen. Zugleich sind die Ansprüche derer gestiegen, die uns als Unternehmen beurteilen. Wer es mit Greenwashing versucht, wird weniger denn je damit durchkommen. In Zeiten des Fachkräftemangels sind auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hier gewissermaßen ein Regulativ.

Die Eigentümer im Blick

Der dritte und vielleicht wichtigste Grund: Immer mehr Unternehmen wollen ihre Umweltfreundlichkeit oder ihre soziale Verantwortung gar nicht mehr nur suggerieren, sondern sie wollen sie authentisch leben. Kurz gesagt: Sie haben verstanden. Dennoch bleibt die Herausforderung, Nachhaltigkeit für das eigene Unternehmen zu definieren – und zu leben.

Als staatliches Lotterieunternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen leiten wir unser Verständnis von Nachhaltigkeit unmittelbar aus unserer Eigentümerstruktur ab. Die Bürgerinnen und Bürger des Landes sind Eigentümer unseres Unternehmens. Für sie möchten wir etwas tun. Für sie möchten wir uns einsetzen. Und genau das tun wir schon seit Unternehmensgründung 1955 über das Lotto-Prinzip.

Demnach fließen 40 Prozent aller Spieleinsätze in den Landeshaushalt NRW. Von dort werden gemeinnützige Organisationen aus Wohlfahrt, Sport, Kunst und Kultur, Umwelt- und Naturschutz unterstützt. In fast allem stecken Lottogelder: in der Kita, dem denkmalgeschützten Gebäude, der Seniorenresidenz, der Jugendhilfeeinrichtung, dem Sportverein und der Kunstausstellung. Ich halte dieses Prinzip für zutiefst sozial nachhaltig. Und heute nennen wir es auch so. Das, was wir schon immer tun, das, was unser Selbstverständnis ist, verbinden wir heute glaubwürdig mit dem Begriff nachhaltig.

Zusammenspiel mit NGOs

Aus dem ständigen Austausch mit den NGOs, die vom Lotto-Prinzip profitieren, wissen wir übrigens: Ohne Ehrenamt geht nichts in unserem gesellschaftlichen Miteinander. Ohne Ehrenamt brächen Strukturen weg und könnten viele Organisationen ihre Arbeit nicht leisten. Hier übernehmen wir als Möglichmacher soziale Verantwortung. So ist beispielsweise aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage der NRW-Ehrenamtatlas entstanden.

Wie geht es den Ehrenamtlichen eigentlich? Warum gibt es Probleme, ausreichend Ehrenamtliche zu finden? Das wollten wir genau wissen. Die Daten zeigen uns, dass wir dem Ehrenamt und den Engagierten in NRW helfen müssen. Und vor allem müssen wir die gesellschaftliche Anerkennung für die ehrenamtliche Tätigkeit deutlich erhöhen. Genau da sind wir mit konkreten Aktionen zur Wertschätzung von Ehrenamt präsent. Für die nachhaltige Verbesserung der Strukturen des Ehrenamts braucht es aber noch mehr. Politik und Unternehmen können hier an einem Strang ziehen.

Übrigens ist unser Lotto-Prinzip ein Paradebeispiel dafür, wie Unternehmen und NGOs zusammenrücken und gemeinsam für die Übernahme sozialer Verantwortung stehen können. Es liegt in der (sozialen) Verantwortung beider Seiten, derartige Zusammenarbeit zu verstärken und zu festigen. Werte zu leben und dabei unternehmerisch zu denken ist nämlich kein Widerspruch, sondern untrennbar miteinander verknüpft.

So engagiert sich WestLotto seit Jahren für eine Regulierung der sogenannten Lootboxen in Games. Was das mit uns als Lotterieanbieter von LOTTO 6aus49 oder Eurojackpot zu tun hat? Lootboxen sind kleine „Beutekisten“ in Computerspielen. Sie zahlen dafür, um vielleicht neue Fähigkeiten zu bekommen. Das Problem: Sie wissen nicht, was, oder ob Sie etwas Werthaltiges bekommen. Diese Lootboxen sind deshalb, genau wie virtuelle Glücksräder, Geldspielautomaten oder nachgebildete Spielbanken mit Rouletteangebot, eindeutig glücksspielähnliche Elemente. Alles dies ist Kindern und Jugendlichen in Games frei zugänglich. Aus der Wissenschaft wissen wir, dass Kinder und Jugendliche so an echte Glücksspiele herangeführt werden und damit deutlich stärker gefährdet sind, ein problematisches Spielverhalten zu entwickeln.

Selbstverständnis und Geschäftsmodell

Wenn diese Jugendlichen dann erwachsen sind und legal Glücksspiele spielen dürfen, haben wir es plötzlich mit Spielerinnen und Spielern zu tun, die problematisches Spielverhalten gleich mitbringen. Das ist für die betroffenen Menschen und Familien ein Desaster. Und es fordert, dass wir als gesamte Branche darauf reagieren. Deshalb übernehmen wir heute soziale Verantwortung und kämpfen für eine Regulierung in einem Bereich, der hier und jetzt vielleicht unmittelbar nichts mit uns zu tun hat. Langfristig ist es für uns aber notwendig. Denn wir wollen mit unseren Angeboten Spielfreude erzeugen und Träume ermöglichen, aber keinen Zugang für Problemspieler ermöglichen. Die Sicherung des Kerngeschäfts, sozialverträgliche Lotterien anzubieten, bedeutet für uns also, heute an die Herausforderungen von morgen zu denken und diese in unser Handeln einzubeziehen.

Deshalb setzen wir uns auch massiv für digitale Bildung und Prävention ein. Im Rahmen der von uns gegründeten Smart Camps geht in unserem Auftrag ein spezialisierter Bildungsträger in Schulen und erläutert die Risiken einer Vermischung von Gaming, also den klassischen Videospielen, mit Elementen des Glücksspiels (Gambling). Gleichzeitig erkennen wir aber natürlich an: Gaming ist ein Bestandteil der kulturellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Aber Glücksspiele oder ähnliche Produkte können negative Folgen haben. Dem wollen wir entgegenwirken. Wir arbeiten daran, diese Präventionsworkshops in ein digitales Angebot zu überführen und sie damit zeit- und ortsunabhängig Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung stellen zu können.

Das ist unsere soziale Seite der Nachhaltigkeit. Natürlich sind auch die ökologischen Aspekte für uns wichtig und bestimmen unser Handeln. Beispielsweise liefert eine neue Solaranlage seit diesem Jahr 20 Prozent unserer Gesamtstromkapazität, und wir verzichten zukünftig auf Drucker in den über 3.000 Annahmestellen. Das meinen wir, wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen.

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